Die Agrargenossenschaft Kakerbeck hat drei neue Mitglieder, die in großem Maße investieren wollen. So sollen die Schweinemast reaktiviert, die Pflanzenproduktion intensiviert und eine Biogasanlage gebaut werden. Sollte die Milchquote fallen, ist zudem eine Erweiterung der Milchviehhaltung geplant.

Kakerbeck. "Wir sind daran interessiert, die Landwirtschaft in Kakerbeck zu halten", so Petra Reisener, Geschäftsführerin der örtlichen Agrargenossenschaft. Diese hat sich neue Partner gesucht, die während der zurückliegenden Generalversammlung auch als Mitglieder aufgenommen worden sind. Es handelt sich um drei junge Landwirte. Einer davon betreibt bei Sangerhausen eine große Schweinemastanlage.

Und die Schweinemast soll auch in Kakerbeck reaktiviert werden. Vor etwa einem hal-ben Jahr, so der Aufsichtsratsvorsitzende der Genossenschaft, Alfred Lötge, seien die zwei verbliebenen Schweineställe in Kakerbeck geschlossen worden. Die Produktion habe sich wegen des Preisverfalls nicht mehr gerechnet. Die neuen Investoren hätten aber aufgrund ihrer Betriebsgröße ganz andere Möglichkeiten beim Einkauf und bei der Vermarktung. Deshalb würden in Kakerbeck nun nicht nur die beiden bisherigen Ställe, sondern noch ein dritter reaktiviert, wie Reisener sagt. Insgesamt sei dann Platz für rund 3 100 Schweine.

Doch eine verstärkte Geruchsbelästigung sei, so die Geschäftsführerin, nicht zu befürchten. Erstens, weil an der Wustrewer Straße von jeher Schweine aufgezogen worden seien, und zweitens, weil die neuen Investoren den Bau einer Biogasanlage planen würden, in der dann auch die Gülle vergärt werden solle.

Der Bau der Anlage sei noch für 2011 geplant, wie Ortsbürgermeister Ulf Kamith mitteilte. Er hatte am Dienstag an einem Geschäftsessen mit den Investoren teilgenommen. Am Abend war dann der Kalbenser Bauausschuss, dessen Vorsitzender Kamith ist, über die Pläne in Kakerbeck informiert worden. Wenn das Gremium das nächste Mal zusammenkomme, würden sich die Investoren auch gern persönlich vorstellen, so der Ausschussvorsitzende weiter.

Als Ortsbürgermeister von Kakerbeck freut sich Kamith besonders, dass eine langfristige Sicherung der Arbeitsplätze in der Agrargenossenschaft gewährleistet scheint. Dies, so machte auch der Aufsichtsratsvorsitzende Lötge deutlich, sei wegen der aktuellen Marktlage nicht selbstverständlich. Deshalb habe sich die Genossenschaft ja auch auf Partnersuche begeben. Es seien im Vorfeld schon Gespräche mit anderen potenziellen Investoren geführt worden, doch hätten erst die Verhandlungen mit den neuen Partnern zu zufriedenen Gesichtern auf beiden Seiten geführt.

Das Wort Übernahme sei deshalb auch nicht gerechtfertigt. "Wir vor Ort", so Petra Reisener, "sind weiter in die Entscheidungsprozesse eingebunden." Verändert habe sich lediglich die Mitgliederstruktur der Genossenschaft. Die nun geplanten "Maßnahmen dienen der Sicherung der Arbeitsplätze", so die Geschäftsführerin. Die Genossenschaft hat elf Beschäftigte.

Doch es könnten bald mehr werden. Nicht nur durch Reaktivierung der Schweinemast und Intensivierung der Pflanzenproduktion. Wenn nämlich die Milchquote fällt, könnte auch die Anzahl der Milchkühe - derzeit 170 - deutlich erhöht werden.