Gardelegen (jm). Eines der prägendsten Gebäude der Stadt, das große Hospital an der Kreuzung Wollbrandtseck, könnte in diesem Jahr saniert werden. Der Stiftungsrat, dessen Vorsitzender Bürgermeister Konrad Fuchs ist, hat der Überlegung zugestimmt, das historische Gebäude grundlegend zu sanieren. Grundlage dafür sei die Zusage eines möglichen Nutzers, der sich mit einem langfristigen Vertrag in das Objekt einmieten wolle, wie Fuchs gestern sagte.

Fuchs bestätigte zugleich, dass die Stadt ihr Vorhaben, das Trüstedtsche Haus an der Rudolf-Breitscheid-Straße zu kaufen und zu sanieren, derzeit aufgegeben habe. Dennoch: "Wir haben uns von der Idee noch nicht völlig verabschiedet."

Augenmerk soll aber nun auf dem Großen Hospital liegen. Das gehört der Vereinigten Hospitalstiftung. Als Stiftungsratsvorsitzender habe er vom Stiftungsrat "grünes Licht bekommen, das Thema der Sanierung zu forcieren", sagte Fuchs. Dazu gebe es "richtig gute Ansätze". Selbstverständlich habe die Stiftung "nicht annähernd ausreichend eigenes Geld, um das Vorhaben umsetzen zu können". Bei dem Objekt handelt es sich um ein Einzeldenkmal, das zugleich im Flächendenkmal Innenstadt steht.

Deshalb sei eine Förderung von bis zu 80 Prozent möglich, sagte Fuchs. Das bedeute allerdings auch, dass die Stadt selbst ihren Förderanteil auch beisteuern müsse.

Derzeit sei die Stiftung dabei, die Finanzierung zu klären. Ein Planer sei bereits beauftragt, die Baumaßnahme zu präzisieren. Fuchs: "Es muss schnell gehen, weil wir einen möglichen Nutzer haben." Der, das bestätigte der Bürgermeister, sei "keine Handelseinrichtung". Er gehe davon aus, dass der Denkmalschutz keine wesentlichen Bedenken anmelden werde, weil keine großen baulichen Veränderungen geplant seien. Wichtig sei, dass das Dach und die Fassade erneuert würden, zudem müsse das Haus gegen die aufsteigende Nässe geschützt werden, damit "das Gebäude dauerhaft in einem schönen Zustand sein wird".

Hauptmieter ist derzeit das Landesverwaltungsamt, dessen Schulamt dort seinen Sitz hat. Einige Räume sind zudem vermietet, der Sozialverband nutzt seinen Raum mietfrei.

Fuchs betonte, dass die Stadt das Geld zur Kofinanzierung habe. Ansonsten, so der Bürgermeister gestern, erhoffe er eine Aufstockung der Denkmalschutzförderung durch das Land. Fuchs verteidigte eine Sanierung, die auch Geld der Stadt koste: "Wir können nicht sagen, wir klappen wegen der angespannten Haushaltslage den Deckel zu und geben Fördermittel zurück." Dort aber, wo keine Fördermittel vorhanden seien, solle gekürzt werden (siehe Seite Mieste/Letzlingen).

Zu den Kosten der Baumaßnahme am Großen Hospital konnte Fuchs noch keine Angaben machen.

Das Trüstedtsche Haus befinde sich noch in Privateigentum, zudem habe dort der Denkmalschutz Forderungen angekündigt, die wirtschaftlich nicht zu erfüllen seien, sagte Fuchs. Der Erhalt des gesamten Hauses, das teils völlig marode ist, komme für die Stadt nicht infrage, sondern bestenfalls der Erhalt der Fassade. Fuchs: "Wenn der Denkmalschutz glaubt, das ganze Haus erhalten zu müssen, fällt es eben irgendwann zusammen."