Mit Badel, Jeggeleben und Zethlingen hat sich die Einwohnerzahl der Einheitsgemeinde Kalbe um rund 1200 erhöht. Anteilig mussten sechs Mitarbeiter von der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Salzwedel-Land übernommen werden. Die Zahl der Beschäftigten in der Kernverwaltung ist somit auf 26 gestiegen. Die Personalkosten müssen jedoch reduziert werden.

Kalbe. Die Stadt Kalbe, die sich in der Haushaltskonsolidierung befindet, muss Personalkosten sparen. Eine Maßgabe, die angesichts der Tatsache, dass mit der Zwangszuordnung dreier Gemeinden auch sechs Mitarbeiter von der VG Salzwedel-Land übernommen werden mussten, schier unmöglich scheint.

Zwar würden von den insgesamt 26 Mitarbeitern, die es nun im Rathaus gebe, fünf von der Altersteilzeitregelung Gebrauch machen und die nächsten schon 2012 in die so genannte Ruhephase wechseln. "Aber das wird nicht ausreichen", ist sich Bürgermeister Karsten Ruth sicher. "Im Zuge der Haushaltsdebatte müssen wir reagieren", so seine Worte. Jedoch könnten Maßnahmen zur Reduzierung der Personalkosten nur in Abstimmung mit dem Personalrat und der Belegschaft erfolgen. Möglich sei eine Stundenreduzierung. "Wenn das nicht greift, bleiben nur betriebsbedingte Kündigungen", so Ruth, der aber erklärt, dass es sich bei den 26 Mitarbeitern nicht komplett um Vollbeschäftigte handele.

Dabei kann im Rathaus derzeit nicht über einen Mangel an Arbeit geklagt werden. Und dies, so der Bürgermeister, hänge nicht nur mit der Übernahme dreier Gemeinden zusammen. So gebe es zusätzliche Aufgaben wie die Einführung der doppelten Buchführung (Dopik). Auch die Begleitung der Bürgerarbeit verlange Personalkapazitäten, so Ruth. Kalbe ist als einer von zwei Modellorten im Altmarkkreis Salzwedel auserkoren worden. Bis zu 100 Langzeitarbeitslose sind hier in das Projekt zu integrieren (wir berichteten). Im März sollen die nächsten Maßnahmen beginnen. Ruth hat die Begleitung der Bürgerarbeit zur Chefsache erklärt.

Die neuen Verwaltungsmitarbeiter sind hingegen vorrangig im Bereich des Hauptamtes eingesetzt. Da gibt es zum Beispiel die bisherige Leiterin der VG Salzwedel-Land, Marina Krüger. Sie ist Ruth direkt unterstellt und kümmert sich um die Dopik-Einführung. Später soll sie die Kämmerei verstärken. Bei Heike Hoffmann hingegen "laufen alle Fäden in Sachen Energiebewirtschaftung zusammen", so der Bürgermeister, der Kalbe in dem Bereich zur Vorzeigekommune entwickeln will.

Im operativen Geschäft des Ordnungsamtes ist hingegen nun die Beamtin Anette Zenker tätig. "Dadurch können wir auch verstärkt als Ordnungsbehörde auftreten", wie der Bürgermeister sagt. Das Sekretariat wird von Rosemarie Kurzweg verstärkt. Sie kümmert sich zudem um das Archiv und "um die Schwachstelle Objektverwaltung", so Ruth. Das Steueramt wird vorübergehend durch Elke Buthut verstärkt. Später soll durch sie die Vertretung im Einwohnermeldeamt sichergestellt werden. Annemarie Johansen, die ebenfalls von Salzwedel-Land übernommen worden ist, befindet sich hingegen bereits in der Altersteilzeit-Ruhephase.

Im vergangenen Jahr, als die Einheitsgemeinde Kalbe gegründet worden war, waren von der Nachbar-VG bereits Bauamtsleiter Rainer Kölsch und Doris Scholz, die in Kalbe fürs Friedhofswesen zuständig ist, übernommen worden.