#NULL#Mit Unverständnis reagierte der Dannefelder Ortsbürgermeister Wilfried Kuhrs gestern auf die Ankündigung des Gardeleger Bürgermeisters Konrad Fuchs, die Aufträge für den Ausbau des Dannefelder Dorfgemeinschaftshauses gestoppt zu haben. Zudem monierte Kuhrs, dass Fuchs die Information über die Tagespresse bekannt gegeben habe, ohne dass der Dannefelder Ortschaftsrat oder der Ortsbürgermeister die Information bekommen hätten.

Von Christina Bendigs

Dannefeld. "Ich kann es nicht nachvollziehen", sagte gestern der Dannefelder Ortsbürgermeister Wilfried Kuhrs immer wieder. Die Information, Gardelegens Bürgermeister Konrad Fuchs habe die Bauaufträge für den Ausbau des Dannefelder Dorfgemeinschaftshauses gestoppt, traf bei Wilfried Kuhrs auf Unverständnis. "Wir haben den Jahresabschluss 2010, der ist positiv abgeschlossen, sogar mit einem Gewinn", begründete Kuhrs.

Aus dem Geld sei ein Kassenrest gebildet worden, der zweckgebunden für das Dorfgemeinschaftshaus verwendet werden sollte. Eigentlich, so Kuhrs, wolle er keine Stellungnahme abgeben. Denn: "Was jetzt in der Zeitung steht, kann ich nicht als bare Münze nehmen", sagte er. Zunächst müsse Fuchs den Ortschaftsrat informieren, ehe solche Entscheidungen über die Tagespresse bekannt gegeben würden. "Ansonsten wäre das eine traurige Sache", so Kuhrs. "Dass er das so macht, warum und weshalb, das kann ich nicht sagen", fuhr Kuhrs fort. Der Dannefelder Ortschaftsrat sei davon ausgegangen, dass über das Thema "gar nicht mehr diskutiert werden muss, weil das Geld da war und da sein muss", sagte Kuhrs. Ein Zusammenschluss von Gemeinden im Zuge der Gebietsreform könne nicht die Ursache sein, das Bauprojekt zu stoppen. "Es gibt ja auch Einnahmen aus Dannefeld, auch für den Haushalt 2011", sagte Kuhrs. Deshalb sehe er nicht ein, dass diese Maßnahme nicht zu Ende geführt werden könne.

Fußboden und Decke bereits erneuert

Mit dem Bau sei bereits begonnen worden, Fußböden und Decke seien schon saniert. Fuchs\' Meinung, das Gebäude sei nach dem Ausbau ein "hohler Vogel" und werde Folgekosten für die Ausstattung verursachen, teilte Kuhrs nicht. "Das Mobiliar aus dem Dorfgemeinschaftshaus wurde herausgeräumt und ist dafür vorhanden", sagte Kuhrs. Es bleibe kein hohler Vogel stehen, betonte er. Allerdings räumte Kuhrs ein, dass sicher in der Zukunft hin und wieder "noch ein paar Sachen gebraucht werden". Aber ihm sei klar, dass das Gebäude nicht sofort fertig eingerichtet werden könne.

"Es geht darum, dass wir einen ebenerdigen Saal haben", den die Senioren im Gegensatz zum Saal im Feuerwehrhaus leicht erreichen könnten. "Die Senioren fragen auch immer wieder, wann es denn dort weitergeht", sagte Kuhrs. Die Bauaufträge seien vom Gemeinderat Dannefeld im November erteilt worden, "man kann sie doch nicht einfach stoppen", fand Kuhrs. Wenn, dann müssten die Beschlüsse des Dannefelder Gemeinderates rückgängig gemacht werden. "Als normaler Bürger von Dannefeld kann ich es nicht nachvollziehen, dass sich über die Beschlüsse des Gemeinderates einfach hinweggesetzt wird", sagte er. Eine schriftliche Bestätigung habe Kuhrs noch nicht. "Ich weiß nur so viel, dass der Bauausschuss noch einmal darüber beraten soll", so Kuhrs.

Kuhrs berief sich außerdem auf eine Beratung mit seinem Stellvertreter Andreas Finger und Fuchs, in der Fuchs gesagt habe, dass er rein rechtlich nichts gegen den Ausbau tun könne, weil die Aufträge bereits vergeben worden seien. "Man kann nicht hinterher wieder einen Rückzieher machen", wertete Kuhrs das jetzige Verhalten.

Auch im Dannefelder Ortschaftsrat, der am Donnerstagabend tagte, sei das Thema diskutiert worden. "Wir waren uns einig, dass wir uns keine Gedanken machen müssen, weil die Beschlüsse nicht einfach rückgängig gemacht werden können", fasste er zusammen.

Kuhrs betonte noch einmal, dass der Gemeinderat bereits eine abgespeckte Version des Baus geplant hatte, weil das Haushaltsgeld nicht reichte. In die Außenanlagen beispielsweise müsse nicht investiert werden. Es sei bereits mit Einwohnern gesprochen worden, die sich bereiterklärt hätten, bei den Außenanlagen selbst tätig zu werden. "Dafür wollten wir keine Firma mehr beauftragen, weil das Geld nicht da ist", sagte Kuhrs.

Der Dannefelder Ortsbürgermeister findet es auch unverständlich, dass die Kommunikation zwischen Stadt und Ortschaft nicht direkt laufe, sondern über die Zeitung.