Gardelegen (spr). Seit 1927 feiern Christen aus aller Welt jährlich am ersten Freitag im März den Weltgebetstag. Verstanden wird dieser Tag von seinen Teilnehmern vor allem als große ökumenische Basisbewegung mit internationalen Wurzeln. In jedem Jahr wird der grobe Rahmen der weltweiten Gottesdienste von Frauen eines anderen Landes vorbereitet. Dieses Jahr war Chile an der Reihe. Auch die evangelischen und katholischen Kirchengemeinden aus Gardelegen feierten am Freitagabend im evangelischen Gemeindezentrum den Weltgebetstag und die Ökumene.

Zur Feier des Weltgebetstages der Frauen waren 32 Frauen und 4 Männer in das evangelische Gemeindezentrum gekommen. "Wir freuen uns immer über mehr Männer", sagte Mitorganisatorin Birgit Bohlecke lachend. Bohlecke hatte mit Hilfe von Sybille Weber, Renate Smyra, Anne-Kathrin Robeck und anderen Frauen aus den Kirchengemeinden den Tag in Gardelegen umgesetzt. Im Eingangsbereich des Gemeindezentrums lagen verschiedene in Handarbeit gefertigte Produkte aus Südamerika, die aus Geschäften für fairen Welthandel stammen. Auf dem Boden des Versammlungsraumes war mit Hilfe von bunten Tüchern, diversen Bastelutensilien und viel Kreativität die von Wasser, Grün und hohen Bergen geprägte Topographie Chiles nachgebildet. Zur Unterstützung der Fantasie wurden während der gesamten Veranstaltung diverse Fotos und Karten des über 4300 Kilometer langgestreckten Landes per Beamer an die Wand geworfen.

Zu Beginn des Gottesdienstes zog die Vorbereitungsgruppe um Bohlecke in den Gemeinderaum ein und brachte Bibel, Kreuz, Weizenähren, eine Schüssel mit Erde und einen Krug mit Wasser zum Publikum. Die Frauen hatten sich in landestypische Ponchos in verschiedenen Strickmustern gehüllt. Sie stellten jeweils eine Vertreterin der unterschiedlichen Kulturen Chiles dar und begrüßten die Besucher des Gottesdienstes mit den landestypischen Dialekten der Aymaras, Mapuches, den Bewohnern der Osterinsel und auf Spanisch. Nach dem "Napaykullayki, Mari Mari Lamgnem, lorana und Buenas tardes" wurde gemeinsam am Affenschwanz genippt, einem chilenischen Cocktail. Dieser bestand aus bestimmten Anteilen Milch, Zimt, Vanille, Anis, Wodka und "einer Tasse starken Kaffee", wie Bohlecke den interessierten Zuhören mitteilte. Mit Gebeten, Lesungen, Danksagungen, szenischem Spiel und gemeinsam gesungenen Liedern wurde der Weltgebetstag ausgefüllt, stets begleitet vom Orgelspiel der Kantorin Natalia Gvodzkova.

Nach dem Ende des Programmes wartete auf die Gäste ein lecker gedecktes Büfett mit allerlei exotischen Speisen und Getränken. Großen Absatz fand das chilenische Fruchtgetränk Mote con huesillos, der Traubenschnaps Pisco Sour und die betrunkenen Birnen. Leckeres Brot und Kräuterdips vervollständigten den kulinarischen Genuss. Und so ging mit dem schönen Symbol des gemeinsamen Brotessens ein abwechslungsreich gestalteter ökumenischer Gottesdienst zu Ende, der Frauen und den Männern gefiel.

Die Gottesdienstordnung für 2012 kommt aus Malaysia.

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