In Kalbe wird eine neue Arztpraxis eröffnet. Es handelt sich um eine so genannte Filialpraxis, in der mehrere Mediziner gemeinsam tätig sind. Das Modell, das vom Land Sachsen-Anhalt gefördert wird, soll die Versorgungslücke schließen, die nach dem plötzlichen Tod von Dr. Horst Kleine entstanden war. Er war vor einigen Monaten verstorben, sodass sich die Zahl der Kalbenser Hausärzte von drei auf zwei reduziert hatte.

Kalbe. Die Bauarbeiten sind so gut wie abgeschlossen. Denn schon am kommenden Dienstag, 15. März, soll an der Kalbenser Ernst-Thälmann-Straße, genauer gesagt über der dortigen Danneil-Apotheke, eine neue Hausarztpraxis eröffnet werden.

Allerdings wird dort nicht ein einzelner Mediziner tätig sein. Vielmehr teilen sich mehrere Kollegen die Betreuung der Patienten. "Vier bis fünf Ärzte", so Martin Wenger von der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Sachsen-Anhalt, kämen zum Einsatz. Die KV, durch die die Verträge abgeschlossen wurden, hat das Objekt an der Ernst-Thälmannstraße angemietet.

Denn es handelt sich dabei um eine so genannte Filialpraxis. Mit diesem Modellprojekt wollen das Landessozialministerium, die AOK und die KV gemeinsam gegen den Ärztemangel im ländlichen Raum vorgehen. In Letzlingen ist bereits erfolgreich ein solcher Versuch gestartet worden. Dort teilen sich zwei Ärzte, die zuvor im Ruhestand waren, die Betreuung der Patienten. Und pensionierte Ärzte kommen nun auch in Kalbe zum Einsatz, aber nicht ausschließlich. Es würden dort, so Martin Wenger, auch Kollegen tätig, die noch selbst eine Praxis betreiben. Es folge dann ein regelmäßiger Wechsel.

Auch wenn sich die Förderung auf dieses Jahr beschränke, so solle es sich doch um ein nachhaltiges Projekt handeln. "Wir haben kein Ende vor Augen", so Wenger. Im Gegenteil. Geprüft werde gar, inwieweit sich auch eine fachärztliche Betreuung in die Hausarztpraxis integrieren ließe. Wenger weiter: "Es handelt sich um ein offenes Modell." Und vielleicht steige etwas später ja auch der eine oder andere junge Mediziner mit ein.

Die Filialpraxis soll künftig an vier Tagen in der Woche geöffnet sein. Welche Ärzte dort tätig werden, wird offiziell am kommenden Dienstag bekanntgegeben.