Der neue Stadtrat der flächenmäßig drittgrößten Stadt Deutschlands steht vor einem riesigen Berg Arbeit. Allen voran steht dabei die Frage der Wirtschaftlichkeit, der Finanzierbarkeit. Angesichts eines derzeitigen Defizits von knapp sechs Millionen Euro im Haushaltsentwurf werden viele Dinge auf dem Prüfstand stehen. Allein für die Kinderbetreuung muss die Stadt einen Zuschuss von 1,35 Millionen Euro aufbringen. Kann sich die Stadt alle Kitas und alle Dorfgemeinschaftshäuser noch leisten? Die Volksstimme ruft die gesamte Leserschaft auf, sich dazu an einer Umfrage zu beteiligen.

Gardelegen. Die Haushaltslesungen für 2011 werden schon mit Spannung erwartet. Noch nie stand die Verwaltung und der Stadtrat vor solch großen und schwer zu lösenden Aufgaben. Das betrifft nicht nur das Zusammenwachsen der vielen neuen Ortsteile der Hansestadt. Es betrifft vor allem die Verteilung der Finanzen. Was kann sich die Stadt angesichts des drohenden Defizits von knapp sechs Millionen Euro noch leisten? Kann sie überhaupt noch alle Pflichtaufgaben abdecken, geschweige denn alle freiwilligen Aufgaben, wie etwa das Betreiben von Dorfgemeinschaftshäusern? Allein die Kinderbetreuung in Krippen, Kindergärten und Horten verursacht ein Defizit von 1,35 Millionen Euro. Ist es möglich, auf lange Sicht alle Einrichtungen zu erhalten, wird es Schließungen oder Zusammenlegungen geben? Für Bürgermeister Konrad Fuchs ist das eine Frage der Wirtschaftlichkeit, der Entwicklung der Geburtenraten und des Sanierungsbedarfes in den Einrichtungen. Die Geburtenrate wird nach Angaben des statistischen Landesamtes bis 2018 um 40 Prozent sinken. Die Wirtschaftlichkeit sei von daher einer der Hauptaspekte. "Wir werden diese Fragen prüfen. Wo es eine Schieflage gibt, müssen politische Entscheidungen getroffen werden, die aber auch immer nur im Rahmen des finanziellen Budgets möglich sind", betonte Fuchs.

Vor einem Sparzwang will sich auch Lindstedts Ortsbürgermeisterin Kati Lembke nicht verschließen. Sie warnte allerdings vor "voreiligen Entscheidungen insbesondere zum Verkauf von öffentlichen Gebäuden". Die derzeitige Betreuungssituation in Lindstedt möchte sie aber beibehalten.

Die Zukunft der Miester Kindertagesstätten sieht Ortsbürgermeister Kai-Michael Neubüser "sehr positiv". "Sie haben fast 100 Prozent Auslastung", sagte Neubüser. Es gebe allerdings Sanierungsbedarf, den die ehemalige Gemeinde "mit ihren bescheidenen Mitteln" nicht leisten konnte.

Über den Zustand ihrer Kita kann sich Miesterhorsts neue Ortsbürgermeister Heike Osterwoldt nicht beklagen. "Ich freue mich darüber, dass wir eine Kita haben, die so gut in Schuss ist und daher über Jahre noch Bestand haben kann", sagte Osterwoldt. Die Ortsbürgermeisterin fügte einen entscheidenden Punkt hinzu: "Natürlich hoffe ich, dass die jungen Familien noch viele Kinder bekommen, um die Tagesstätte zu füllen."

Wie sehen Sie, liebe Leserinnen und Leser, die Zukunft der Kinderbetreuung in der Stadt Gardelegen? Die Volksstimme startet dazu eine Umfrage. Der obenstehende Coupon enthält die Fragen und Antwortmöglichkeiten. Zusätzliche Meinungen können der Redaktion gern auch zusätzlich als Brief, als E-Mail oder im Rahmen eines Telefongespräches übermittelt werden. Mitmachen können Sie auch im Internet

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