Im Rahmen einer Zwischenpräsentation hat Claudia Corten, Studentin der Landschaftsarchitektur an der FH Bernburg, drei Entwürfe für eine naturnahe Gestaltung der Außenanlagen der Lindstedter Kindertagesstätte vorgestellt. Die Gäste zeigten sich beeindruckt, hatten aber noch einige Änderungswünsche. Die wird die 24-Jährige für ihre Bachelorarbeit zu einem Entwurf zusammenfassen und erneut vorstellen.

Lindstedt. "Claudia, Claudia", ruft voller Freude der dreijährige Benedikt Müller durch den Zaun. "Das ist meine Freundin", stellt daraufhin Benjamin Wiese (3) klar. Wer wünscht sich nicht eine so tolle Begrüßung. Kein Wunder allerdings, ist Claudia Corten nicht nur eine hübsche junge Frau mit einem strahlenden Lächeln, sondern auch die Planerin für einen ganz tollen Spielplatz für die Lindstedter Kindertagesstätte Entdeckerland. Dieser naturnahe Spielplatz soll nämlich dem Namen der Kita alle Ehre machen. Und Claudia Corten hat die Kinder der Einrichtung, die Mitarbeiter und Eltern dabei einbezogen.

Die naturnahe Außengestaltung der Einrichtung ist zugleich Thema der Bachelorarbeit der 24-Jährigen, die an der Fachhochschule (FH) Bernburg Landschaftsarchitektur studiert. Im Februar fanden in der Kita Zukunftswerkstätten statt, um Ideen und Vorschläge zusammenzutragen. Am Mittwochnachmittag hat Claudia Corten in einer Zwischenpräsentation drei Entwürfe vorgestellt.

Bei allen drei Entwürfen ist das Außengelände in verschiedene Bereiche eingeteilt. Im Entwurf Nummer eins soll den Kindern die Möglichkeit einer Abenteuerreise geboten werden. Eine Station ist beispielsweise das Land der Piraten mit einem Holzboot, mit Wasser, Findlingen zum Klettern. Im Indianerdorf sollen Holzpfähle, Weidentipis, ein Tastpfad und Naschecken etwa mit Johannisbeer- und Stachelbeersträuchern zum Stöbern einladen. Im Land der Biene Maja sind ein Sandkasten mit Tastpfad, ein Klangspiel, Holzfiguren, etwa eine lange Raupe, denkbar. Das vorhandene Spielgerätehaus könnte zu einer Naturwerkstatt umfunktioniert werden.

Beim Schauspiel Natur soll eine Art Bühne zum Erlebnisbereich gehören mit einem Baumhaus aus Weiden, mit einem Sandkasten, eingefasst mit Palisaden in unterschiedlicher Höhe zum Klettern, einem grünen Klassenzimmer und einem Tastpfad. Über eine Hügelaufschüttung soll ein kleiner Bachlauf, zu bedienen mit einer Pumpe, geschaffen werden. Auf diesem Hügel soll zudem eine Rutsche stehen, die in einen Sandkasten führt. Der Heimat auf der Spur ist der Titel des dritten Entwurfes. Der vorhandene Hügel wird zur Balancierstrecke umgebaut. Zu den Bestandteilen gehören wieder ein Tastpfad, Klangspiel und vor allem Elemente, die aus der Historie Lindstedts und des Einzugsbereiches der Kita stammen. So könnte dort für Lindstedt eine Turmhügelburg zum Klettern stehen. Diese Variante sieht zudem eine Wildblumen- und Kräuterwiese unter anderem mit einem Insektenhotel zur Naturbeobachtung vor. Bei allen Varianten kommen natürliche beziehungsweise naturnahe Materialien zum Einsatz, wie Holz, Wasser, Steine, Buschwerk und Pflanzkübel. Letztgenannte könnten im Rahmen von Patenschaften gepflegt und gestaltet werden.

Lob gab es für alle drei Entwurfe der Studentin. Favorisiert wurde von den anwesenden Kindergärtnerinnen, Muttis und einer Oma die zweite Variante mit dem Titel "Vorhang auf für das Schauspiel der Natur". Die soll nun mit Elementen aus den anderen zwei Entwürfen zu einem Entwurf zusammengefasst werden. Vor allem mit dem Schwerpunkt der heimatkundlichen Angebote und des grünen Klassenzimmers. Benötigt wird dabei auch noch die Hilfe aus den anderen Ortschaften des Einzugsbereiches der Kita Entdeckerland. "Für die Historie fehlt mir noch der Input", sagte Claudia Corten. Dazu wollen die Kindergärtnerinnen um Leiterin Gisela Thunecke gezielt Gespräche führen. Um die Öffentlichkeit über den aktuellen Planungsstand zu informieren, soll im Außenbereich der Kita ein Info-Kasten angebracht werden.

Die überarbeitete Entwurfsplanung wird Claudia Corten erneut präsentieren. Im April will sie ihre Bachelorarbeit abgeben. Danach findet in der Kita eine Endpräsentation statt. Termine dafür stehen noch nicht fest.

Die Umsetzung der Ideen soll nach derzeitiger Planung zum Großteil in Eigenleistung der Eltern erfolgen.

 

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