Der Kalbenser Hauptausschuss hat gegen die Schaffung eines neuen Windparkes votiert. Dieser soll, geht es nach der Firma UKA (Umweltgerechte Kraftanlagen), nördlich von Brunau entstehen. "Bis zu 20 Anlagen" könnten dort laut Wieland Zeller, Leiter der UKA-Projektentwicklung, errichtet werden. Doch der Widerstand ist groß.

Kalbe. "Wir können uns hier nicht zuspargeln lassen." Uwe Wolff fällt es sichtlich schwer, seine Wut zurückzuhalten. Als Kahrstedter Ortsbürgermeister hat er während der Sitzung des Kalbenser Hauptausschusses Rederecht. Und er macht am Donnerstagabend keinen Hehl daraus, was er von dem Vorhaben der Firma UKA hält.

Die will nördlich von Bru-nau, in der Gemarkung Plathe, einen neuen Windpark errichten. Ein dortiger Landwirt sei, so UKA-Projektentwickler Wieland Zeller, an seine Firma herangetreten und habe Flächen angeboten. Eine Aussage, die Ausschussmitglied Sigrid Gühne kaum glauben kann. Die Hagenauerin erklärt, dass sie selber Landwirtin sei und dass nach ihrer Kenntnis keiner ihrer Kollegen Kontakt zur UKA gesucht habe. Eine Antwort darauf bleibt Wieland Zeller schuldig. Allerdings macht er deutlich, dass die Planung relativ weit vorangeschritten sei und dass "auch gegen die Interessenlage einer Kommune entschieden werden kann". Beim Landesverwaltungsamt sei jedenfalls eine entsprechende Voranfrage gestellt worden. "Und wenn dem keine Belange entgegenstehen, dann habe ich Genehmigungsrecht", so Zeller.

"Das ist ja das Schlimme", wirft Uwe Wolff ein, der mit der ablehnenden Haltung nicht allein dasteht. "Ich bin auch dagegen. So ganz ohne Nachteile sind Windräder nämlich nicht", so Hauptausschussmitglied Bernhard Grothe, der zudem Ortsbürgermeister von Jeggeleben ist. Rund um sein Heimatdorf gebe es bereits einige Windparks. Auch der Kalbenser Bürgermeister Karsten Ruth sieht den geforderten Mindestabstand von fünf Kilometern zum nächsten Windpark nicht gewährleistet. Doch laut Zeller könne "dieses Kriterium nicht aufrechterhalten werden". Der geforderte Abstand "ist zu starr und deshalb nicht anwendbar", sagt er. Ohnehin gäbe es "aktuell keine rechtskräftige Regionalplanung", so Zeller. Sie befände sich in der Fortschreibung.

Der vorliegende Entwurf zur Ergänzung der Regionalen Entwicklungsplanung (REP) weise die von der UKA ausgesuchten Flächen jedoch nicht als Windvorranggebiet aus. Zudem befinde sich das Areal in einem Hochwasserschutzgebiet, wie Frank Leskien von der Regionalen Planungsgemeinschaft Altmark kürzlich erklärt hat (wir berichteten). Auch die Ortschaftsräte von Packebusch und Brunau haben das Vorhaben bereits abgelehnt. Das letzte Wort dazu hat aber der Kalbenser Stadtrat.

"Ich empfehle ihm", so Uwe Wolff, "sich ganz genau mit dieser Sache zu beschäftigen." Den Investoren gehe es einzig darum, Geld zu verdienen, auch wenn sie das Projekt und seine Vorteile für Mensch und Natur in noch so rosigen Farben malen würden. "Das Maß", so Wolff, "ist voll."