In diesem Jahr feiert der Männerchor Eintracht Gardelegen sein 130-jähriges Bestehen. Darauf wollen sich die Sangesbrüder in den kommenden Monaten intensiv vorbereiteten. Am Sonnabend aber schauten sie erst einmal zurück auf das 129. Vereinsjahr des MCE.

Gardelegen. "In einem Jahr kommt etwas zusammen." Mit dieser Feststellung begann der Vereinsvorsitzende Peter Jaenicke am Sonnabendnachmittag im Sängerheim des MCE seinen Bericht über die vergangenen zwölf Monate. "Wir alle haben mit dem Chor viel Freude gehabt und möchten ihn nicht missen", so Jaenicke. Wie bei vielen anderen Chören sei der Nachwuchs aber ein Problem. "Es bleibt also die Frage: Wohin geht es? Wo bleiben die Männer?", sagte der Vorsitzende. Und verband dies mit dem Hinweis auf die Apothekerzeitung, aus der er einen Beitrag zitierte darüber, wie gesund das Singen sei.

Derzeit hat der Männerchor Eintracht 45 Mitglieder. 26 von ihnen waren zur Jahreshauptversammlung gekommen. Und sie hörten, wie der Vorsitzende und später auch noch einmal Chronist Alfred Fischer die Aktivitäten des zurückliegenden Vereinsjahres auflisteten. Auftritte bei Sängerfesten in Lindstedt und Bismark, in der Alten Münze in Salzwedel, anlässlich des Sängerkreistreffens in Gardelegen, bei mehreren Advents- und Weihnachtskonzerten gehörten ebenso dazu wie das Grillfest im Sommer, das traditionelle Büchsenfest, das Quartettsingen, ein Kegelabend und der MCE-Fasching. Beim Sachsen-Anhalt-Tag 2010 in Weißenfels gehörten die Sänger in historischen Kostümen zur Gardeleger Delegation. Sie nahmen am Umzug teil und gaben anschließend ein einstündiges Konzert. Leider nicht auf einer der großen Bühnen.

"In den vergangenen Jahren wurden die Chöre auf Nebenbühnen abgeschoben"

"In den vergangenen Jahren wurden die Chöre meist auf Nebenbühnen abgeschoben", sagte Alfred Fischer. Für den Sachsen-Anhalt-Tag in diesem Jahr in Gardelegen hoffe er, dass sich die Chöre auf den großen Bühnen präsentieren können. Das Thema Sachsen-Anhalt-Tag griff später der stellvertretende Vorsitzende Hans-Joachim Exler noch einmal auf. Er kritisierte die bisherige Zusammenarbeit des Organisationsbüros mit den Vereinen vor Ort. Vielleicht liege die derzeit vorhandene Unwilligkeit einiger Vereine zur Mithilfe darin - in der fehlenden Kommunikation - begründet.

"Jetzt sind alle Proben auf das Jubiläumskonzert ausgerichtet", sagte Peter Jaenicke. Für die Übungsabende und die Auftritte appellierte der Vereinsvorsitzende an die Mitglieder: "Chorgeist ist gefragt bei jedem Sänger, nur so wird Qualität garantiert." Und weiter: "An uns liegt es, den Fortbestand der Eintracht zu sichern." Dazu gehöre auch, neue Mitglieder zu werben. Das müsse über persönliche Gespräche geschehen, schlug Arnulf Gey später während der Diskussion vor und verwies auf konkrete Beispiele, wie monatelanges Werben bei Bekannten aus der Nachbarschaft zum Erfolg geführt hat. Verbessert werden soll zudem die Öffentlichkeitsarbeit - auch ein Weg, mögliche Interessenten auf die Chorarbeit aufmerksam zu machen. Alfred Fischer wird übergangsweise diese Aufgabe übernehmen.

Wie in jedem Jahr gab es auch jede Menge Statistisches für die Sangesbrüder. Karl-Heinz Genz, im Vorstand für das Mitgliederwesen zuständig, hatte wieder eine Übersicht erstellt, wer wie oft an den 47 Übungsabenden und 35 Auftritten teilgenommen hat. Dabei untergliedert der Statistiker aber auch noch in ersten und zweiten Tenor sowie ersten und zweiten Bass. Auch das Alter der Mitglieder wird von Karl-Heinz Genz erfasst. Die 45 Mitglieder haben zusammen ein Durchschnittsalter von 66,3 Jahren, berichtete er. Zwei Mitglieder sind 80 Jahre und älter, 25 sind 70 Jahre und älter. Acht Mitglieder gehören in die Gruppe 60 plus, fünf in die Gruppe 50 plus und drei zu denen, die 40 Jahre und älter sind. Nur zwei Mitglieder sind 30 Jahre und älter. Zusammengezählt kommen die Mitglieder auf knapp 3000 Lebensjahre.

Vor der Diskussion kam der künstlerische Leiter des Chores, Hans Eggert, zu Wort. Die Vorbereitung auf die Konzerte schätzte er als gut ein. Mit der Probenarbeit sei er "einverstanden, das läuft recht anständig". Eggert: "Jetzt gilt es, das fortzusetzen für den Sachsen-Anhalt-Tag und das Chorjubiläum."

Bevor sich die Chormitglieder mit einigen Satzungsänderungen beschäftigen mussten, gab es eine Diskussion. Die nutzte Hansjoachim Schütze, um über einen Fund zu berichten, den er in Büste gemacht hatte. Dort muss es früher einmal einen Chor gegeben haben. Aus dessen Nachlass gibt es noch alte Liederbücher. Diese sollen einem Antiquariat angeboten werden, berichtete Schütze und schlug vor, der Chor möge sich um den Erwerb einiger Exemplare bemühen. Das stieß auf Zustimmung. Hansjoachim Schütze soll im Auftrag des Vorstandes nun mit dem Besitzer über den Preis ins Gespräch kommen.

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