Gardelegen (gb). Angekündigt hatte sie es bereits im vergangenen Jahr während einer Sitzung des Sozialausschusses. Vor wenigen Tagen nun gab Gardelegens Kinderbeauftragte Gudrun Gerecke ihr Ehrenamt zurück.

Ihre Entscheidung begründete sie gestern auf Anfrage damit, dass sie als Kinderbeauftragte nicht ausgelastet gewesen sei. Die Sprechstunden seien kaum angenommen worden, weder in Gardelegen noch in den Dörfern. "Ich bekomme monatlich viel Geld dafür", so Gerecke: "Das kann ich mit meinem Gewissen nicht vereinbaren." Halbherzig wolle sie eine solche Aufgabe nicht machen. Sie werde aber gern auch weiterhin Ansprechpartner für Eltern und Kinder sein, versprach die Erzieherin.

Ob das Amt, das vor drei Jahren in der städtischen Hauptsatzung verankert worden war, wieder neu besetzt wird, müsse der Stadtrat entscheiden, so Bürgermeister Konrad Fuchs gestern. Wenn die Kinderbeauftragte selbst allerdings keinen Bedarf sehe, würde das möglicherweise "wenig Sinn machen. Dann können wir die 90 Euro monatlich auch sparen." Die Gründe für Gereckes Rücktritt könne er gut nachvollziehen, versicherte Fuchs. Es sei vor allem "ehrlich", wenn sie kein Geld kassieren wolle, ohne dafür etwas leisten zu können.