Am 15. Mai soll im Waldbad Zichtau die Saison starten. Mit zwei Arbeitseinsätzen, einer davon an diesem Sonnabend, wollen die Zichtauer ihr Bad auf Vordermann bringen. Offen ist noch, ob es bei den Eintrittspreisen zu Erhöhungen kommt. Der Ortschaftsrat hat am Dienstagabend zwar darüber diskutiert, eine Entscheidung aber vertagt.

Zichtau. "Unsere Arbeit wurde anerkannt. Das ist unser aller Verdienst", freute sich Ortsbürgermeisterin Astrid Läsecke am Dienstagabend gemeinsam mit den Mitgliedern des Ortschaftsrates. Der Grund für ihre Freude: Am Abend zuvor hatte der Stadtrat bei nur einer Enthaltung der Öffnung des Zichtauer Waldbades in diesem Jahr zugestimmt. Dafür sprachen gleich mehrere Ortsräte dem Stadtrat einen Dank aus, weil er anerkenne, dass im Ort etwas für den Baderhalt unternommen wird.

Die Saison 2010 war "die beste seit vielen Jahren", informierte Astrid Läsecke, "das spricht für unsere Aktivitäten".Insgesamt wurden 4831 Kinder und 3977 Erwachsene als Besucher begrüßt. Der Förderverein hatte einige Veranstaltungen, unter anderem zum Kindertag und Gaudi-Wettspiele auf dem Wasser, organisiert und so zusätzlich Besucher angelockt.

Nach dem Beschluss des Stadtrates heißt es nun, "ran an die Arbeit", gab Astrid Läsecke, SPD-Stadträtin und Vorsitzende des Waldbad-Fördervereines, die Marschrichtung vor. Ran an die Arbeit heißt es schon am kommenden Sonnabend, 2. April. Schwerpunkt des ersten Arbeitseinsatzes in diesem Jahr soll der Bodenaustausch sein. Derzeit wird das große Becken trockengelegt. Einer, der dabei ebenso aktiv ist wie bei der Vorbereitung der Arbeitseinsätze, ist Ralf Läsecke. "Dafür muss auch einmal öffentlich Danke gesagt werden", sagte Ortschaftsratsmitglied Rainer Schmidt.

"Der Schlamm muss rausgebaggert werden, danach kommt gewaschener Sand ins Becken", erklärte Astrid Läsecke. Dies sei in Abstimmung mit dem Bauamt vorbereitet worden. Für den Sand werden 3000 Euro investiert. Die Technik steht am Sonnabend bereits ab 6.30 Uhr zur Verfügung, dann könnten schon die ersten Freiwilligen vor Ort sein. Die anderen Einwohner aus Zichtau und Umgebung sowie die Fördervereinsmitglieder lädt sie zu 9 Uhr ein. Außer den Arbeiten am Beckenboden sollen die Beckenumrandungen gestrichen und die Rasenflächen geharkt werden. Dazu sollten Harken und andere Gartengeräte mitgebracht werden. Ein zweiter Arbeitseinsatz ist für Mitte April geplant. Im vergangenen Jahr seien für das Bad Eigenleistungen in Höhe von zirka 10000 Euro erbracht worden, hatte Astrid Läsecke ausgerechnet.

Der Saisonstart ist für Sonntag, 15. Mai, vorgesehen. "Ein Tag, den wir richtig gut gestalten sollten", schlug die Ortsbürgermeisterin vor und holte dabei die Bewerbungsunterlagen für ein Grillfest hervor, das ein Radiosender anbietet. Die Feuerwehr soll sich nun dafür bewerben.

Ob die Eintrittspreise in dieser Saison unverändert bleiben, ist noch nicht entschieden. Astrid Läsecke hatte am Dienstag vorgeschlagen, die Tageskarte für Kinder von derzeit einem Euro auf 1,50 Euro zu erhöhen. "Das ist immer noch sehr sozial", sagte die Vereinsvorsitzende, denn für diesen Preis könnten die Kinder mehrere Stunden im Waldbad bleiben. Sie sprach von einer "angemessenen Erhöhung im Vergleich zu dem, was für das Bad geleistet wird. Das ist keine Abzocke". Unterstützung gab es von Martin Kullack, der die Erhöhung auch für moderat hält.

Er würde lieber "bei den Erwachsenen rangehen", reagierte Hans-Henning Weichert. Derzeit kostet die Tageskarte zwei Euro. Auf das Engagement der Zichtauer für ihr Bad verweisend, sagte er: "Wir machen das für unseren Ort, nicht wegen des Geldes. Ich möchte, dass Zichtau etwas Besonderes in unserer Ecke ist." Darauf die Ortsbürgermeisterin: "Es geht nicht darum, sich eine goldene Nase zu verdienen, sondern um den Erhalt des Bades." Daher müsse die Wirtschaftlichkeit beachtet werden.

Eine Entscheidung wurde bis zur nächsten Sitzung des Ortschaftsrates verschoben. Dann wollen sich die Ortsräte noch einmal mit allen Tarifen beschäftigen und die Zichtauer mit denen umliegender Bäder vergleichen.