Gardelegen (ca). Ohne weitere Diskussion haben die Mehrkosten für die Sanierung der Reutter-Grundschule in Höhe von 90000 Euro den Stadtrat passiert. Der hat in seiner Sitzung am Montagabend mit Stimmenmehrheit die zusätzlichen Ausgaben bestätigt. Lediglich Andreas Finger aus Dannefeld, Otto Grothe aus Peckfitz und Thomas Genz aus Letzlingen (alle CDU-Fraktion) sowie Maik Luer aus Dannefeld (SPD-Fraktion) stimmten gegen die Mehrkosten.

Derzeit laufen in der Gardeleger Otto-Reutter-Grundschule Sanierungsarbeiten sowie Bauarbeiten zur Umsetzung eines Brandschutzkonzeptes. Zu den Schwerpunkten gehören der Einbau eines zweiten Fluchtweges. Dafür wird ein Treppenhaus einschließlich einer Brandwand zum Nachbargrundstück gebaut. Während der Bauarbeiten sei laut Verwaltung festgestellt worden, dass die Decke der Aula im oberen Stockwerk der Schule keine Brandschutzqualitäten besitze. Die vorhandene, aus verleisteten Hartfaserplatten bestehende Decke werde den gesetzlichen Anforderungen nicht gerecht, heißt es in der Begründung der Verwaltung zu den Mehrkosten. Diese Decke müsse durch eine Unterdecke mit dem geforderten Feuerwiderstand ersetzt werden. Beim Entfernen der Deckendämmung sei ein weiteres Problem zutage getreten, das zuvor nicht in die Planung hätte aufgenommen werden können, da der Dachraum nicht begehbar gewesen sei, heißt es dazu weiter in der Verwaltungsbegründung. Es handelt sich um eine Dachkonstruktion, die aus Brettbindern bestehe. Der erschreckende Zustand der Konstruktion habe die Firmen nach Prüfung durch Sachverständige sofort veranlasst, weitere Baumaßnahmen im Dachbereich einzustellen. Erforderlich sei eine Erneuerung der Dachkonstruktion. Die Kosten dafür gab das Planungsbüro mit 70000 Euro an.

Beim Bau des Treppenhauses für den neuen Fluchtweg habe ein Baugrundgutachten ergeben, dass der vorhandene Boden für eine Gründung nicht ausreichend sei. Ursprünglich sei davon ausgegangen worden, dass der Baugrund relativ fest sei und die Baugrubensicherung mit einfachem Verbau aus Kanthölzern und Bohlen in traditioneller Form hergestellt werden könne, erläuterte das zuständige Planungsbüro von Günther Mertens. Das jedoch sei nicht der Fall. Es müsse nunmehr durch eine Spezialfirma ein sogenannter Berliner Verbau vorgenommen werden, wonach Stahlträger eingebracht werden müssen.

Die Mehrkosten dafür beziffert das Büro mit 20000 Euro. Insgesamt also 90000 Euro, wobei 60000 Euro aus dem Städtebausanierungsprogramm kommen sollen. Der Eigenanteil der Stadt beträgt dann 30000 Euro.