20 junge Männer und Frauen bereiten sich in der "Zukunftswerkstatt Altmark" auf eine Berufsausbildung oder eine berufliche Tätigkeit vor. Sie nehmen an einem Projekt der FAA Bildungsgesellschaft teil.

Gardelegen. Sie sind zwischen 18 und 25 Jahre alt, wohnen im Altmarkkreis Salzwedel und haben keinen Schul- oder Berufsabschluss. Ein Projekt mit dem Titel "Stabil: Zukunftswerkstatt Altmark - Arbeiten und Lernen für Ihre berufliche Zukunft" hilft den Frauen und Männern nun, einer Lehrstelle ein Stück näher zu kommen. Begonnen hat die für vorerst ein Jahr bewilligte Maßnahme am 21. Februar. Träger ist die FAA Bildungsgesellschaft mbH, Nord.

In den ersten Wochen konnten die Teilnehmer in alle drei Werkstattbereiche "hineinschnuppern", erklärte Benita Dörsing, Projektleiterin und FAA-Betriebsstättenleiterin in Gardelegen. Der Bildungsträger bietet einen Agrarbereich (Landwirtschaft, Garten- und Landschaftsbau), den Bereich Gastronomie/Hauswirtschaft (Küche, Service, Hauswirtschaft) und einen Kreativbereich (Metall, Holz, Farbe). Nach dem Kennenlernen haben die Männer und Frauen jetzt ihren Platz in dem Bereich gefunden, in dem sie ihre berufliche Zukunft sehen. In den nächsten Monaten werden zudem Praktika in Unternehmen folgen.

"Das Projekt erfolgt auf der Basis der Freiwilligkeit", erklärte Benita Dörsing, "davon versprechen wir uns eine ganz andere Motivation". Es soll wenig Theorie geben. "Der Klassenraum bleibt geschlossen. Wir wollen über praktische Arbeit Interesse für berufliche Strategien entwickeln", so die Leiterin der Zukunftswerkstatt Altmark, die in Form einer Produktionsschule umgesetzt wird. Betreut werden die Teilnehmer von zwei Werkstattpädagogen und zwei Sozialpädagogen. "Viele nehmen unsere Hilfe dankend an", schätzte Sozialpädagogin Anja Schmidt gestern ein. Ihre Kollegin Anke Schneider ergänzte: "Sie freuen sich, dass ihnen jemand zuhört." Die Erfolge bei den jungen Leute von Woche zu Woche zu sehen, mache "richtig Spaß".

Die Produkte sollen auch vermarktet werden. Pflanzen gehören ebenso dazu wie Holzartikel und Dekorationen. "Über die Identifikation zum Geschaffenen sollen die Teilnehmer zum Beruf finden", erklärte Benita Dörsing, die lieber von "Mitarbeitern auf Zeit" spricht. Diese Zeit muss nicht das ganze Jahr betragen. Ziel ist, schon im August einige der Männer und Frauen in eine betriebliche Ausbildung zu vermitteln. Bis zu sechs Monate nach Ausbildungsbeginn ist eine Betreuung seitens der FAA möglich.

In der nächsten Woche wird ein Fachbeirat gebildet, in dem Bürgermeister Konrad Fuchs, Jürgen Barth (MdL), Vertreter des Umwelt- und des Schulamtes des Altmarkkreises, der IHK, des Wirtschaftsministeriums sowie Zichtaus Ortsbürgermeisterin Astrid Läsecke - die Ortschaft wird stark im Agrarbereich unterstützt - vertreten sind. Der Beirat wird unter anderem die Vermarktung der Produkte begleiten.

Mit einem Tag der offenen Tür wird das Projekt am Donnerstag, 14. April, vorgestellt. Zwischen 13 und 16 Uhr können sich Interessenten die Bildungseinrichtung am Pagenweg 2 anschauen. Auf einem Osterbasar werden erste Arbeiten gezeigt und angeboten. "Für die Teilnehmer ist das ein Test, wie ihre Produkte ankommen", so Dörsing. Gefördert wird das Projekt vom sachsen-anhaltischen Wirtschaftsministerium und dem Europäischen Sozialfonds, unterstützt wird es von der Bundesagentur für Arbeit.