Gardelegen (gb). Sie hatten alle ihr Lieblingsbuch dabei, vorsichtshalber einen Talisman und natürlich ihre Klassenlehrer, die Mama oder den Papa - manchmal auch die Oma - als Fans im Schlepptau. Und noch etwas hatten die neun Mädchen gemeinsam, die sich gestern in der Gardeleger Bibliothek dem Lesewettbewerb der dritten Klassenstufe stellten: Sie waren furchtbar aufgeregt.

Und das, obwohl sie alle ganz toll lesen können, unlängst hatten sie es vor einer anderen Jury und ihren Mitschülern bewiesen. Nun allerdings war die Konkurrenz natürlich um einiges größer. Und schließlich wird von den Siegern der Schulwettkämpfe auch schon die Hohe Schule des Vorlesens erwartet. Eine gute und klare Aussprache ist da selbstverständlich, doch noch dazu möchten die Zuhörer auch eine lebhafte Mimik und Gestik sehen, ab und an den Blickkontakt zu den jungen Lesekünstlern haben und sich an der tollen Betonung erfreuen.

Doch all das indes war natürlich ein Kinderspiel für Emely Brückner aus Estedt, Johanna Nemec aus Jävenitz, Lisa Genau aus Letzlingen, Hanna Charlotte Jordan aus Solpke, Dorkas Soeder aus Mieste, Lea-Caroline Schönberg aus Kalbe sowie Emelie Schmicker von der Goethe-, Nora Woltersdorf von der Wander- und Lara Güßfeld von der Reutter-Grundschule in Gardelegen. Denn die Auszüge aus ihren Lieblingsbüchern hatten sie zuhause selbstverständlich prima geübt.

Dann jedoch folgte der Pflichttext. Ein unbekanntes Buch mit ganz schön schwierigen Wörtern. Nach kurzer Einlesezeit mussten die neun Mädchen auch diese Disziplin vor Publikum meistern. Und natürlich vor der Jury, die besonders auf die kleinen, aber feinen Unterschiede achtete.

Das Ergebnis schließlich war knapp, aber dennoch eindeutig. Am besten gefiel der Jury - und da waren sich alle Mitglieder einig - der Lesestil von Lisa Genau aus Letzlingen. Punktemäßig dicht hinter ihr platzierten sich Lea-Caroline Schönberg aus Kalbe, gefolgt von Dorkas Soeder aus Mieste. Neben den tollen Büchern und Urkunden, die alle Teilnehmer des Wettbewerbes erhielten, überreichte die Juryvorsitzende Eleonore Albrecht den drei Siegerinnen noch ein weiteres Buch: Nämlich "echte Klassiker für Kinder. Sicherlich kennen Eure Großeltern die Geschichten noch", versicherte ihnen die Buchhändlerin. Allen Teilnehmerinnen wünschte sie schließlich, "dass Ihr nicht mit dem Lesen aufhört".

Für Lisa Genau gilt das wohl im Besonderen. Denn sie wird die Region im November beim Landesausscheid in Magdeburg vertreten, wie Bibliotheksleiterin Ursula Isenberg sagte.

Und vielleicht hat Lisa ja dann sogar ihren "Klassiker" als neues Lieblingsbuch im Gepäck.