Brunau (me). Die von Einheitsgemeindebürgermeister kurzfristig einberufene Sonderkommission zum Sondieren von Einsparmöglichkeiten bei den Feuerwehren, hat bei einigen Wehrleitern für Verunsicherung bis hin zu Ärger gesorgt. "Wer hat eigentlich festgelegt, wer dort mitarbeitet, und warum wurden die Wehrleiter nicht informiert", fragte der Güssefelder Ortswehrchef René Seibel während der Jahreshauptversammlung der Stadtwehr am Freitagabend in Brunau. Seine Wehrmitglieder hätten ihn angesprochen und gefragt, was los sei, ob ihre Ortswehr nun zur Löschgruppe degradiert werde.

Zustandegekommen sei das Ganze, weil er die Verwaltung angewiesen habe "tabulos Sparpotenzial aufzuzeigen", erklärte Einheitsgemeindebürgermeister Karsten Ruth. Hintergrund sei ein baldiger Beschluss des Haushaltes und eine Genehmigung durch die Kommunalaufsicht. Denn die Stadt wollen eine Entschuldung über das Landesprogramm Stark II beantragen, und dazu seien Fristen einzuhalten. Voraussetzung sei zudem, dass die Kommune größtmöglichen Sparwillen zeige und eine Konsolidierung der Finanzen über einen absehbaren Zeitraum möglich sei. Eine Entlastung von 800000 Euro Schulden sei möglich, so Ruth.

Die Verwaltungsmitarbeiter haben bei möglichen Sparmaßnahmen im Feuerwehrbereich auch eine Abstufung von Ortswehren zu Löschgruppen und das Schließen von bestehenden Löschgruppen in Erwägung gezogen. "Diese Vorschläge konnten wir nicht in den Stadtrat bringen, ohne vorher mit der Feuerwehr gesprochen zu haben", so Ruth. Die Mitglieder des Beratungsgremiums kämen aus den Bereichen Badel, Kakerbeck, Engersen, Brunau und Kalbe und seien ausgewählt worden, weil sie auch einen gewissen Überblick über ihre Nachbarwehren haben, erklärte der Bürgermeister. Ihre Funktion sei die beratender Bürger. Es sei während einer Sitzung festgelegt worden, dass die Risikoanalyse abgewartet werde, bevor irgendwelche Maßnahmen ergriffen würden. In diesem Jahr seien deshalb keine Änderungen in der Struktur der Ortswehren mehr zu erwarten. "Sehr zum Leidwesen der Kämmerin", fügte der Bürgermeister an. Die finanzielle Lage der Einheitsgemeinde sei äußerst prekär. Im aktuellen Etat sei ein Defizit von 600000 Euro zu erwarten, erklärte Ruth.

Die Feuerwehrleute mochten den eingeschlagenen harten Sparkurs dennoch nicht uneingeschränkt mittragen. Denn die Feuerwehren seien eine Pflichtaufgabe der Kommune.