Stärken vor Ort - aber natürlich in der westlichen Altmark. 50 Anträge lagen für das aus dem Europäischen Sozialfonds gespeisten Bundesprogramm vor. Gestern erhielten die vierzehn diesjährigen Projektträger ihren Bewilligungsbescheid. Bis Mitte Oktober fließen nun 129 000 Euro in ganz konkrete Jugend- und Migrationsarbeit.

Salzwedel. "Die Qualität der Anträge ist sehr hoch, ebenso auch die Zahl": Zufrieden zeigte sich gestern Thomas Fronius, Geschäftsführer der EBB InnoKomp GmbH in Salzwedel. Sein Unternehmen begleitet und kontrolliert für den Bund die Mikroprojekte. Der Altmarkkreis hat Erfahrung damit. Immerhin gehörte er einst zu den bundesweit fünf ersten Kreisen, die mit dieser ungewöhnlichen Form der Förderung der schulischen, sozialen und beruflichen Integration von Frauen und Jugendlichen, arbeitete. Bis zu 10 000 Euro werden je Vorhaben ausgereicht. "Von den 50 Anträgen waren 45 in einer Qualität von gut bis sehr gut", so Fronius. Doch der Fördertopf ist gedeckelt und mit den gestern ausgereichten 129 000 Euro mehr als ausgereizt.

Zu den "Gewinnern" gehört unter anderem mit der Gornig GmbH auch ein Salzwedeler Unternehmen, wie Landrat Michael Ziche (CDU) anerkennend feststellte. "Starke Szenen der Epochen vor Ort" heißt das Projekt, das zusammen mit dem Künstler Heinrich Herbrügger umgesetzt werden soll. Ein kryptischer Titel für eine ungewöhnliche Auseinandersetzung von Jugendlichen mit den verschiedenen Baustilen in der Kreisstadt. Von der Gotik bis zum DDR-Plattenbau. Die Jugendlichen werden historisch korrekt in Szene gesetzt und fotografiert. Ziel sei ein Bildband, erklärte gestern Heinrich Herbrügger.

Eine alternative Hymne zur Frauenfußball-WM in diesem Jahr will Dieter Herker von Aktion Musik mit Mädchen und jungen Frauen texten und komponieren. Die Single soll nicht nur in einer Auflage von 1000 Stück veröffentlicht, sondern auch von Radiosendern gespielt werden, lautet Herkers Ziel.

In Arendsee werden sich 14- bis 18-Jährige mittels Kamera mit der Wirklichkeit der See- und Kurstadt auseinandersetzen. In Kooperation mit dem Offenen Kanal Salzwedel sollen dabei alle Facetten beleuchtet werden.

Das Music Project Altmark West erhält einen Zuschuss, um ein viertägiges Vocal-Konzert mit internationaler Besetzung im kommenden Jahr vorzubereiten. Dann feiert das über die Grenzen der Altmark bekannte Ensemble sein 20-jähriges Bestehen.

Deutlich wurde gestern, dass es vielfältige Stärken vor Ort gibt. Jetzt heißt es Ärmel hochkrempeln, Mitte Oktober läuft die Projektzeit aus. Eine Fortsetzung wird es nächstes Jahr laut Thomas Fronius wohl geben.