Unter dem Titel "Erinnern ist Zukunft" gibt das Heeresmusikkorps 1 Hannover am Mittwoch, 4. Mai, ein Benefizkonzert im Schützenhaus. Der Erlös kommt der Jugendarbeit des Landesverbandes des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge zugute, auch dem internationalen Jugendcamp auf der Mahn- und Gedenkstätte Isenschnibbe.

Gardelegen. Seit einigen Jahren sind im Sommer junge Leute, überwiegend aus osteuropäischen Ländern, für zwei Tage auf der Mahn- und Gedenkstätte im Einsatz. Im Rahmen eines internationalen Workcamps des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge arbeiten sie auf der Anlage. Die praktischen Pflegearbeiten sind immer auch damit verbunden, sich inhaltlich mit dem Geschehen an der Feldscheune auseinanderzusetzen. Denn wer sich an die Vergangenheit erinnere, auch an die Schrecken des Zweiten Weltkrieges, könne die Zukunft gestalten, sagte Dr. Hans-Joachim Becker gestern. Der Vorsitzendes des Kreisverbandes des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge hatte sich in den vergangenen Monaten sehr darum bemüht, das Heeresmusikkorps 1 Hannover für einen Auftritt in Gardelegen zu gewinnen. In Zusammenarbeit mit dem Bundeswehr-Landeskommando Sachsen-Anhalt ist ihm dies nun gelungen. Die Bundeswehrmusiker aus Hannover werden in diesem Jahr zwei Konzerte in Sachsen-Anhalt geben: eines in Magdeburg und das am 4. Mai ab 19.30 Uhr in Gardelegen.

"Ich bin begeistert, dass es geklappt hat", sagte Gardelegens Bürgermeister Konrad Fuchs. Er ist Schirmherr der Veranstaltung. Er selbst hatte schon mehrfach versucht, das Musikkorps nach Gardelegen einzuladen. Dass mit dem Auftritt die Jugendarbeit auf der Mahn- und Gedenkstätte unterstützt werde, freue ihn besonders, sagte Fuchs zwei Tage vor dem 66. Jahrestag des Massakers an der Feldscheune Isenschnibbe. Die Jugendlichen aus mehreren Ländern würden "zwei Tage lang wertvolle Arbeit leisten", den Jugendlichen könne so das Vermächtnis nahe gebracht werden.

Hans-Joachim Becker hofft, dass "wir das Schützenhaus voll bekommen". Dessen Inhaber Ingo Klöpper unterstützt die Veranstaltung, indem er den Saal kostenlos zur Verfügung stellt und auch die Versorgung der Musiker spendiert. Becker weiter: "Ich bin mir sicher, dass es ein musikalisches Erlebnis wird." Er würde sich freuen, wenn viele Gardeleger und Gäste aus der Umgebung Interesse zeigen würden.

Das würde auch Oberstleutnant Manfred Peter freuen. Er ist Leiter des Heeresmusikkorps 1 Hannover. Gestern stellte er in Gardelegen das Programm des Benefizkonzertes vor und fasste es so zusammen: "Von der Vielseitigkeit her ist es kaum zu überbieten." Die Stücke, die am 4. Mai im Schützenhaus zu hören sein werden, sind auch auf der CD, die in der vergangenen Woche aufgenommen wurde. Allerdings wird sie erst im Sommer erhältlich sein.

Oberstleutnant Manfred Peter ist seit Juli 2008 militärischer und musikalischer Leiter des Heeresmusikkorps 1 Hannover. Er studierte an der Robert-Schumann-Musikhochschule in Düsseldorf und legte dort sein Kapellmeisterexamen ab. Anschließend war er bei verschiedenen Musikeinheiten der Bundeswehr eingesetzt. Die 55 Musiker des Heeresmusikkorps wollen eine musikalische Mischung bieten, die vom Marsch über Opernstücke bis zum Musical und zu modernen Filmmusiken reicht. Zwei der Instrumentalistinnen werden auch als Sängerinnen zu erleben sein.

Mit seinen Benefizkonzerten hat das Musikkorps bereits mehr als eine Million Euro für wohltätige Zwecke eingespielt. Oberstleutnant Manfred Peter spricht von einer sogenannten Win-Win-Situation, also von Gewinnern auf beiden Seiten. Einerseits werbe das Musikkorps für die Bundeswehr, andererseits würde gemeinnützige Arbeit unterstützt.

Der Vorverkauf hat begonnen. Karten gibt es in der Touristinformation im Gardeleger Rathaus, Telefon (03907) 42266, und in allen Service-Centern der Volksstimme.