Hinter den Kakerbecker Kindergartenkindern liegt die erste Schulung mit den neuen Brandschutzkoffern. Und die beinhaltete gestern Vormittag längst nicht nur trockene Theorie.

Kakerbeck. "Wer ist denn da?", fragt der Mann von der Feuerwehrleitstelle. "Ich", sagt Joshua Neumann. Nun ja, die exakte Antwort müsste zwar etwas anders lauten, aber zumindest traut sich der Vierjährige schon, das Telefon in die Hand zu nehmen und die 112 zu wählen. Und als der Mann von der imaginären Leitstelle dann noch einmal nachfragt, hat Joshua auch seinen Namen parat und sagt, woher er anruft: "Aus dem Kindergarten."

Im Kakerbecker Zwergenland wird zum ersten Mal mit den neuen Brandschutzkoffern geübt. Und wer würde sich als Trainer besser eignen, als der Chef der örtlichen Feuerwehr, der noch dazu Ortsbürgermeister ist? Ulf Kamith ist aber nicht allein in die Kindereinrichtung gekommen, sondern hat auch seinen Kollegen Jörg Gille, seines Zeichens Vorsitzender des Fördervereins der Kakerbecker Feuerwehr, mitgebracht. Genau dieser Verein war es, der neben der Jagdgenossenschaft Jemmeritz, neben der Raiffeisenbank Kalbe/Bismark und neben der Kommune mit dazu beigetragen hat, dass die sieben Brandschutzkoffer überhaupt angeschafft werden konnten. 1300 Euro haben sie gekostet. Doch jeder Cent ist nach Ansicht von Ulf Kamith gut investiert.

Ihn und seinen Kollegen kennen die Kinder des Zwergenlandes sonst eigentlich nur als Hausmeister. Diesmal jedoch sind die beiden Latzhosenträger in ganz anderen Rollen zu erleben, nämlich als Lotte und Egbert. So haben die Kinder die Handpuppen benannt, die in den Brandschutzkoffern zu Hause sind und die nun von Kamith und Gille an die frische Luft geholt werden.

Lotte und Egbert tragen auch Feuerwehruniformen. Und sie sehen sehr witzig aus. Dabei ist das, was mit ihrer Hilfe vermittelt werden soll, alles andere als witzig. Es geht um das richtige Verhalten im Brandfall und darum, wie die Feuerwehr alarmiert wird. Dazu beinhalten die Brandschutzkoffer sogar eine eigene kleine Telefonanlage. Und die darf auch Jule Fankhänel mal ausprobieren. Auch sie soll einen Brand melden. Als sie von dem Mann am anderen Ende der Leitung gefragt wird, von wo sie denn anrufe, sagt die Sechsjährige ganz richtig: "Aus dem Kindergarten." Als Ulf Kamith dann auch noch wissen will, wo sich der Kindergarten denn befindet, rollt Jule ganz schlau mit den Augen und sagt wissend: "Na, in Deutschland." Bei so viel kindlichem Selbstbewusstsein fällt es auch dem gestandenen Feuerwehrmann schwer, ernst zu bleiben. Doch es gelingt. Und so findet Kamith dann doch ganz schnell heraus, in welchem Ort denn nun die Kita, in der es brennen soll, steht.

Knapp 30 Kindergartenkinder sind es, die an der ersten Schulung teilnehmen. Schon bald soll es eine Wiederholung geben, denn die Brandschutzkoffer sind nicht nur das Zuhause von Lotte und Egbert, sondern tragen auch noch viele andere interessante Sachen in sich, zum Beispiel Experimentiersets, die brennbare Materialien enthalten. Die jedoch sind dann eher etwas für die Hortkinder. Auch für sie soll schon bald eine Brandschutzschulung stattfinden. Als Termin nennt Kamith den 9. Mai.

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