Gardelegen (gb). Sie kam, sang und siegte, und das in extrem hohen Schuhen und noch höheren Tönen: DDR-Schlagerstar Dagmar Frederic war gestern beim Gardeleger Kaffeeklatsch zu Gast - mit Liedern, charmanten Komplimenten für ihr Publikum und vielen Geschichten aus ihrem Leben. Die Entertainerin aus Eberswalde zeigte den Gardelegern, dass sie auch mit 66 Jahren und einem halben Jahrhundert auf der Bühne immer noch eine tolle Sopran-Stimme hat. Denn die ließ sie nicht im Halbplayback, sondern live erklingen. Die Gäste im vollbesetzten Schützenhaus dankten ihr das mit viel Applaus.

Doch den gab die Profikünstlerin natürlich gekonnt zurück: "Es sind ja nur ganz wenig reifere Frauen hier", schwärmte sie den Damen vor, den Herren bestätigte sie schließlich "jede Menge Temperament". Friedrich Mertens und Alfred Brüssow mussten das denn auch ganz praktisch unter Beweis stellen: Frederic hatte sich die beiden Herren nämlich zum Tanzen vor die Bühne geholt und sparte auch nicht mit neckischen Kommentaren.

Die hatte allerdings auch ihr Gastgeber, Moderator Hans-Joachim Stiegler, drauf. Gekonnt spielten sich die beiden Profis die Bälle zu. Frederic über ihren Ehemann (der seine Frau gestern begleitet hatte und im Publikum saß): "Ich brauch\' keinen Mann, der mir täglich Rosen schenkt." Stiegler: "Magst Du etwa keine Rosen, aber Du singst doch so toll davon?" Und genau das tat die Künstlerin dann gekonnt.

Und sie verriet den Zuschauern schließlich auch noch etliche Geheimnisse aus ihrem Leben. So sei sie "ziemlich faul, wenn man mich lässt", und könne zudem "nie Nein sagen." Wenn sie allerdings Ja gesagt habe, denn ziehe sie das auch durch, versicherte Frederic. "Ich bin eben Widder, "immer mit dem Kopf durch die Wand". Das allerdings musste sie gestern nicht. Sie brauchte nur zu singen.