Wenn in weniger als 100 Tagen die Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen in Deutschland startet, werden im altmärkischen Estedt wohl besonders viele Fans mitfiebern. Seit Donnerstag nämlich wissen die, wie es ist, wenn einen das Fußballfieber packt.

Estedt. Offiziell gehören sie nun alle zum "Team 2011". Denn so heißt die Kampagne des Deutschen Fußballbundes (DFB), die Schulen und Vereine derzeit auf die Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen in diesem Jahr in Deutschland einstimmen will. Und schließlich "kann man noch so viel darüber reden, dass Sport gesund ist, wenn man es nicht anpackt, wird nichts daraus", betont Sportlehrer Hans Steinig. Und so nahm er im Namen aller Lehrer im vergangenen Jahr den Kontakt zum DFB auf, meldete die Estedter Peter-Härtling-Grundschule für diese Aktion an - und weil ein "Team 2011" immer aus Schule und Sportverein bestehen soll, sprach Steinig diese Idee auch noch beim Fußballsektionschef des Gardeleger SSV 80 an "und stieß bei Jens Bombach sofort auf Zustimmung", so Steinig begeistert.

Das Ergebnis dieser Kooperation erlebten am Donnerstag nun Schüler, Eltern, Lehrer, Vereinssportler und sogar die jüngeren Geschwister und Großeltern der Kinder in der Estedter Grundschule. Und die Begeisterung über die Mini-WM war riesig. "Man kann es nicht anders sagen, der Funke sprang einfach über", freute sich Hans Steinig noch einen Tag nach dem abendliche Schulsportfest über das große Interesse so vieler Menschen am Sport und an der gemeinsamen Aktion.

Die begann übrigens zunächst mit einem Fußball-Werbespiel zwischen den Kickern der F-Jugend des SSV 80 und Schülern der Grundschule, bevor die Jungs schließlich gegen die Väter, danach die Mädchen gegen die Muttis antraten. "Unser Vorhaben, sieben Feldspieler aufzustellen, mussten wir dabei ganz schnell aufgeben", erzählte Steinig. "Denn einfach alle zwischen 6 und fast 70 Jahren wollten mitspielen." Und selbst die Kindergartenkinder durften sich an der Torwand versuchen. Felix Kutschki und Anne Westphal wurden dabei schließlich die Sieger.

Den großen Siegerpokal des Turnieres durften indes die Jungen mit in ihre Schule nehmen. Im Finale siegten sie 3:1 gegen die Mädchenmannschaft, die Zweite wurde. Vorher hatten die Kinder nämlich souverän die Eltern an die Wand gespielt. Schiedsrichter Marcel Pöppler vom SSV 80 garantierte natürlich, dass alles fair und sportlich blieb. Spaß hatte aber auch er an dem besonderen Turnier und den total begeisterten Kickern aller Alterstufen.

Dass sich so viele Eltern mit und ohne den Elternverein in die Spielvorbereitung mit einbrachten, darüber freuten sich Steinig und seine Kollegen besonders. "Und es ist natürlich toll, dass sich so viele Eltern am Donnerstag Zeit für ihre Kinder genommen haben", lobte er. Das sei nämlich nicht selbstverständlich. Für einen Vati gab es aus dem Mund des Sportlehrers schließlich ein besonderes Lob: Reiner Schönfeld habe sich "unglaublich engagiert", so Steinig. Er hatte schließlich auch die Beziehungen zum Wolfsburger VfL, der den Estedtern neben ihrer Kreidemaschine sogar sein Maskottchen Wölfi zur Eröffnung schickte und zudem einen Ball mit allen Unterschriften der Wolfsburger Mannschaft spendierte.

Mit nach Hause nehmen durfte diesen schließlich Viertklässler Jannis Lübke. Denn er schlug sich an der Torwand gegen SSV-Sektionschef Jens Bombach am besten. Letzten Endes aber ging eigentlich niemand leer aus, der am Donnerstag dabei war. "Denn die "Begeisterung aller schwappte einfach über", so Steinig: "Ich denke, wir sind jetzt eine sportliche Leseschule."