Wannefeld (cbd). Eine Ausbildung in technischer Hilfeleistung haben am Sonnabend Kameraden der Wannefelder, Letzlinger und Roxförder Feuerwehr erhalten. 25 Männer der drei Wehren trafen sich dazu im Wannefelder Gerätehaus. Zunächst frischten die Kameraden ihre theoretischen Kenntnisse auf. Anschließend übten sie den Umgang mit den Gerätschaften an zwei Pkw, die die Wannefelder Wehr besorgt hatte, auch praktisch.

Die Kameraden erprobten den Umgang mit dem Rettungssatz, mit Leitern, mit Unterbauholz, mit Kettensäge, mit Brechstange, Hebesatz und vielem mehr. Auch den Umgang mit Schere und Spreizer übten die Feuerwehrleute. Ausbildungsleiter waren Henrik Lehmann aus Wannefeld und Klaus Girmann aus Letzlingen, die die Kameraden anleiteten.

Beim Üben war auch Muskelkraft gefragt. Denn eines der Fahrzeuge sicherten die Kameraden zuerst auf den Rädern stehend, dann auf der Seite liegend und schließlich auf dem Dach liegend. Wichtig sei das Sichern eines Fahrzeuges vor allem dann, wenn sich Verletzte darin befänden, berichtete der Wannefelder Wehrleiter Rüdiger Lehmann. Denn wenn an dem Fahrzeug gearbeitet werde und es sich dabei bewege, "hat der Verletzte Schmerzen ohne Ende".

Die Rettung einer Person aus einem Pkw erfolge in mehreren Schritten. Zunächst müsse die Unfallstelle nach außen abgesichert werden. Dann werde das Fahrzeug an sich gesichert. Anschließend würden die Feuerwehrleute einen Zugang zum Verletzten schaffen und für die Erste Hilfe sorgen. Dann werde ein Rettungsweg freigemacht, danach folge die eigentliche Rettung und die Übergabe an den Notarzt, "der bis dahin hoffentlich eingetroffen ist", so Lehmann.

Was in Wannefeld am Sonnabend in aller Ruhe möglich war, muss im Ernstfall zügig ablaufen. Nicht nur die Ausrückezeit von zwölf Minuten sollte eingehalten werden. Ein Verletzter sollte innerhalb einer Stunde geborgen sein, berichtete Lehmann.

Worauf die Kameraden am Sonnabend immer wieder hingewiesen wurden, war die Kommunikation. Diese ist wichtig, damit alle Handgriffe in Abstimmung verlaufen, denn da die Arbeiten untereinander aufgeteilt werden, hat nicht jeder Kamerad immer Blickkontakt mit dem anderen. Auch auf mögliche Risiken und Fehlerquellen wurden die Kameraden beim Ausbildungtag in Wannefeld hingewiesen.

Dass die Ausbildung für Letzlinger, Wannefelder und Roxförder Kameraden stattfand, hatte einen entscheidenden Grund: da die Einsatzbereitschaft der drei Wehren allein genommen nicht zu jeder Tageszeit gewährleistet ist, werden bei Einsätzen alle drei Wehren alarmiert. Sie fahren dann zum Einsatzort und können dort zusammen eine Gruppe bilden. Deshalb ist auch das gemeinsame Üben wichtig. Lehmann könne sich vorstellen, vor allem werktags während der Arbeitszeit auch enger mit der Feuerwehr des Gefechtsübungszentrums zusammenzuarbeiten. Denn während der Hauptarbeitszeiten sei es für die Freiwilligen Feuerwehren am schwierigsten, eine Einsatzgruppe zusammenzubekommen. "Viele arbeiten außerhalb", begründete Lehmann.

Risikoanalyse nicht, um Feuerwehr zu schließen

Zur Risikoanalyse, die derzeit für Gardelegen und die Umgebung erstellt werde, berichtete Lehmann, es gehe nicht darum, Feuerwehren zu schließen. Vielmehr sollen Lösungen gefunden werden, wie die Einsatzbereiche am besten abgedeckt werden könnten. Im Vordergrund solle dabei nicht die Zahl der Einsätze stehen, die eine Wehr im Durchschnitt habe, fand Lehmann. Denn die Feuerwehren müssten auch für wenige Einsätze ausgebildet und entsprechend ausgestattet sein.

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