Planer Lutz Pfeiffer hat während der Sitzung des Bauausschusses am Montag die Pläne für den Neubau des Miester Feuerwehrhauses vorgestellt. Während der anschließenden Diskussion waren sowohl die Kostenkalkulation als auch der Standort des Neubaus Thema. Ein Förderantrag, den die Stadt bereits gestellt hatte, müsse noch einmal gestellt werden, berichtete Bauamtsleiter Engelhard Behrends.

Mieste. Die Mitglieder des Bauausschusses sehen grundsätzlich zwar den Bedarf für ein neues Feuerwehrhaus in Mieste. Sie diskutierten während der Sitzung am Montagabend im Gardeleger Rathaussaal aber über den Standort und die Kosten für den Bau. Planer Lutz Pfeiffer, der als Gast zu der Sitzung eingeladen worden war, stellte das Projekt zunächst vor. Das neue Gerätehaus sei ein reiner Zweckbau, der Platz für vier Einsatzfahrzeuge und drei Anhänger biete, und über Umkleideräume für Männer und Frauen sowie Lagerräume und einen Schulungsraum verfüge. Ziel sei nicht, ein "architektonisches Highlight" zu schaffen, sagte Pfeiffer. Das sei aufgrund des gewählten Standortes auch nicht notwendig.

Der ausgewählte Standort für das Feuerwehrhaus war nach den Ausführungen Pfeiffers Bestandteil der Diskussion. Ausschussmitglied Sven Grothe gab zu bedenken, dass die Ausfahrt relativ schmal sei und im Einsatzfall, "wenn das Adrenalin ohnehin schon hoch ist", eine Unfallgefahr zwischen bereits ausrückenden und noch ankommenden Kameraden entstehen könnte. Auch der berufene Bürger Peter Wiechmann fragte, ob es nicht ein alternatives Grundstück gebe. Bedenken meldete auch Ausschussmitglied Gustav Wienecke an, der zwar keine Zweifel am Bedarf des Neubaus habe, aber zu beachten gab: "Man zwängt sich da in eine Ecke rein, und die Fahrzeuge werden immer größer." Wienecke fragte auch, ob in die derzeitige Kostenkalkulation Preissteigerungen einbezogen worden seien. Denn Baubeginn sei est im nächsten Jahr.

Planer Lutz Pfeiffer schlug vor, den Ausschussmitgliedern einen Grundriss der Straße zu fertigen, in dem auch die Fahrzeuge eingezeichnet werden, um das Gefahrenpotenzial besser abschätzen zu können. Er selbst hatte keine Bedenken. Die Frage, ob ein anderes Grundstück infrage käme, verneinte er. Seit mehr als zehn Jahren werde in Mieste nach einem Standort gesucht. Das Grundstück an der Schillerstraße gehöre der Stadt, berichtete Pfeifer, sodass im Gegensatz zu anderen Standorten kein Zukauf von Flächen notwendig sei. Der berufene Bürger Uwe Wessaloski, Mitglied der Feuerwehr Mieste, berichtete, die Kameraden seien in die Standortsuche und Gebäudeplanung einbezogen gewesen und hätten mit der Zufahrt keine Probleme.

Zu den Kostenkalkulationen sagte Pfeiffer, sie bauten auf den Erfahrungen beim Bau des Feuerwehrhauses in Miesterhorst auf, würden aber fortlaufend geschrieben. Er sprach von einer soliden Kostenplanung. Dass die Gesamtkosten von bislang 1,022 Millionen Euro bis zum Jahr 2012 noch leicht steigen könnten, sei aber nicht auszuschließen.

Der Bau des Feuerwehrhauses wird nur realisiert, wenn Fördergeld bereitgestellt wird und der Eigenanteil der Stadt somit erheblich sinkt, hatte der Stadtrat mit dem Grundsatzbeschluss zum Feuerwehrhaus festgelegt. Ein Förderantrag, den die Stadt nach Absprache mit dem Landesverwaltungsamt fristgerecht Ende Januar eingereicht hatte, sei inzwischen zurückgekommen, berichtete Bauamtsleiter Engelhard Behrends. Die Modalitäten hätten sich geändert, dem Förderantrag müsse ein Entwicklungskonzept beigelegt werden, in dem unter anderem auch demographische Entwicklungen eine Rolle spielen. Die Stadtverwaltung sei dabei, das Konzept zu erarbeiten. "Wir geben weiter Gas", so Behrends, um den neuen Förderantrag samt Entwicklungskonzept fristgerecht bis zum 30. Juni einreichen zu können.

Behrends berichtete ferner, der Schützenverein Mieste, der sein Domizil auf dem Nachbargrundstück habe, habe einen Einspruch gegen den ausgewählten Standort eingelegt, da der Verein den Platz brauche. Der Einspruch werde geprüft.

Der Vorsitzende des Bauausschusses, Otto Grothe, sagte abschließend, dass die Anregungen der Ausschussmitglieder in die weitere Planung einbezogen werden sollten.