Gardelegen/Klötze (iwi). Wegen schweren Diebstahls standen sie vor Gericht, doch am Ende blieb nur Beihilfe zur versuchten Unterschlagung, davon wurde bei zwei der drei Angeklagten der Prozess eingestellt.

Beim dritten Angeklagten wird der Vorwurf mit anderen ausstehenden Verfahren zusammenverhandelt. Die Anklage verliest Staatsanwältin Claudia Rohde: Die zwei Brüder aus Klötze und die Frau aus Kalbe sollen im Mai 2010 im Raum Klötze einen Rasentraktor gestohlen haben, ihn in ein Waldgebiet gebracht und anschließend ausgeschlachtet haben. Für die nicht benötigten Teile buddelten sie ein Loch, um diese verschwinden zu lassen. Jugendrichter Axel Bormann fragte amüsiert nach: "Warum haben Sie ein Loch gebuddelt? Für die staatliche Beerdigung der Reste?"

Beim Buddeln wurden die drei jedoch vom Förster überrascht. Dass sie sich an dem Traktor, Neupreis 3300 Euro, zu schaffen gemacht haben, geben die Angeklagten zu, aber sie hätten ihn nicht gestohlen. Einer gesteht, dass er das Fahrzeug beim Spaziergang mit seinen Hunden im Wald habe stehen sehen. Da habe er die zwei anderen informiert. Bormann schüttelt den Kopf: "Warum haben Sie nicht zu Ihrem Bruder gesagt: Bist du noch ganz sauber?" Der Mann zieht die Schultern hoch: "Dass der geklaut war, habe ich nicht gedacht." Die Frau, die mit dem Wagen in den Wald kam, bereut den Ausflug mit den beiden Männern: "Es war Dummheit. Ich weiß, ich hätte die Polizei benachrichtigen sollen."

Bormann nickt zustimmend: "Wenn man einen Trecker findet, baut man die Teile nicht aus. Wenn man etwas findet, muss man es abgeben."

Das große Glück des Trios: Am Fundort des Rasentraktors im Wald waren zahlreiche Spuren von der Polizei gesichert worden, sogar Zigarettenstummel waren den Angeklagten zuzuordnen, nicht jedoch am Diebestatort.

So wurde aus dem schweren Diebstahl nur noch eine magere Beihilfe zu versuchten Unterschlagung.