Diesmal sollten es keine "Lautsprecher" sein. Die Estedter Bürgerinitiative B71 Estedt setzte in diesem Jahr bei ihrem Protest am Tag gegen den Lärm mehr auf "Leisetreter". Während einer halbstündigen Sperrung machten es sich die Bürger am Mittwochabend wieder auf der B71 innerhalb des Ortes gemütlich.

Estedt. Keine lautstarken Reden sollte es geben am internationalen Tag gegen den Lärm. Und so hatten die Mitglieder der Bürgerinitiative in Estedt, die seit Jahren gegen die permanente Lärm- und Abgasbelastung auf der vielbefahrenen Bundesstraße kämpft, diesmal zum "Leisetreten" aufgefordert. Und so sorgte in diesem Jahr ein gemütliches Treffen am Grill dafür, dass die gesamte Ortslage wieder für eine halbe Stunde gesperrt wurde. Viele Estedter machten es sich während der stillen 30 Minuten in Campingstühlen mitten auf dem Asphalt bequem und bissen beherzt in eine knackige Bratwurst.

So ganz leise wurde es in dieser halben Stunde dann allerdings doch nicht. Dafür sorgten schon die Kinder. Die Jüngsten hatten nämlich auch diesmal freie Bahn und eroberten die Straße mit Rollschuhen, Skateboard, Roller und Fahrrädern, spielten Ball und bemalten die Straße mit fröhlichen Kreidebildern.

Margot Göbel, Mitbegründerin der Bürgerinitiative, sieht in der derzeitigen Verkehrspolitik indes keinen Grund zum Fröhlichsein. "Wir haben schon jetzt Angst vor der Pkw-Maut", erklärte sie am Mittwoch. Sollte die jüngste Forderung von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer umgesetzt werden, würden vermutlich auch viele Pkw-Fahrer die Maut umgehen wollen und auf die B71 oder andere Landstraßen ausweichen, befürchtet Göbel.

Wie schlimm der Lärm schon für die Jüngsten ist, zeigten die Hortkinder mit einem kleinen Cheerleaderballett: "Die Ohren halt ich zu bei diesem Krach, sogar in der Nacht werd ich oft wach", sangen sie, und "jeden Morgen wird mir angst und bang, wenn ich den Schulweg geh entlang."

Als kurz darauf die Polizei die Straße wieder freigab, konnte diese Angst wohl jeder wieder nachempfinden.

   

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