Die Aktion zum 15. Sachsen-Anhalt-Tag "Blumen verbinden" geht jetzt in die entscheidende Phase. Nach umfangreichen theoretischen Vorbereitungen wird jetzt die Gardeleger Blumenmischung in die Erde gebracht. Erste Station war das Gelände des einstigen Brennereiteiches am Gut Zichtau. An diesem bunten Blumenband beteiligen sich insgesamt 21 Orte. Gefördert wird das Projekt von einer Stiftung mit 12 500 Euro.

Gardelegen/Zichtau. Blau soll sie blühen, die Fläche am Gut Zichtau, wo sich einst der Teich für die Brennerei des Gutes befand. Das Blau steht für das Wasser und soll den besonderen ortstypischen Farbtupfer symbolisieren - eben für das Wasser im einstigen Teich und für das Wasser im Waldbad Zichtau. Die Saat, eine spezielle Gardeleger Mischung, versetzt mit Farbtupfern der Gemeinde, wurde gestern Nachmittag in die Erde gebracht. Damit fiel für die besondere Aktion zum Sachsen-Anhalt-Tag 2011 Ende Juni in Gardelegen der Startschuss für das Projekt Blumen verbinden.

An dieser Aktion beteiligen sich insgesamt 21 Dörfer. In Lindstedt beispielsweise wird das spezielle Thema das Mittelalter sein. Dort werden neben der Gardeleger Blumenmischung vor allem mittelalterliche Nutzpflanzen, wie Leinen oder altmärkischer Braunkohl die besondere Stellung Lindstedts mit seiner einstigen Turmhügelburg symbolisieren.

Gutshof-Projektmanager Magnus Staehler lobte das Projekt. "Das ist eine sehr schöne Sache. Mit diesem Blumenband werden die Ortschaften sichtbar zusammenrücken", sagte Staehler gestern zum Auftakt der Aktion. Die Projektleitung hat Marcel Heins übernommen, Dozent an der FH Bernburg. "Das ist zugleich ein Brückenschlag zwischen Wissenschaft und ländlichem Raum", meinte Staehler.

Die Blumenpracht in den Dörfern am Bodensee hatte Landschaftsarchitektin Christa Ringkamp, die bereits seit Jahren die Gartenträume-Aktionen begleitet, inspiriert. Diese Idee habe sie aufgegriffen und mit Gardelegens Bürgermeister Konrad Fuchs und dem Team vom Gutshof interessierte Mitstreiter gefunden, erzählte Ringkamp gestern. Für dieses Projekt konnte zudem die Hochschule Anhalt gewonnen werden. Und die sei sehr dankbar dafür, betonte Heins. So hätten im Rahmen ihres Studiums für Landschaftsarchitektur und Umweltschutz mit Anne Malek und Wiebke Jungnickel zwei Studentinnen ein praxisnahes Studienprojekt betreuen können. Die jungen Frauen hatten im Vorfeld Umfragen gestartet, geeignete Fläche in den Ortschaften ausgewählt, die durch das städtische Bauamt ergänzt worden waren. Nach den Umfragen in den Dörfern nach speziellen Blumensorten entstand dann die Gardeleger Blumenmischung.

"Das ist eine tolle Geste, eine Aktion, die die Orte zusammenbringt und zum Landesfest miteinander verbindet", zeigte sich auch Fuchs gestern begeistert. Die Stadt wird das Projekt nicht finanziell, aber mit Sachleistungen, etwa durch den Hausmeisterpool, unterstützen. Finanzielle Unterstützung leistet die Stiftung Umweltschutz, Naturschutz, Klimaschutz Sachsen-Anhalt mit 12 500 Euro.

Bei der Pflege der Blumenbänder hoffen die Initiatoren auf das neuerdings vielzitierte bürgerschaftliche Engagement.

In Zichtau zeigte sich diese Einsatzbereitschaft allerdings gestern nicht zum ersten Mal. Mit der Harke waren unter anderem Zichtauer Seniorendamen, die stets im Ort helfen, wenn Hilfe gebraucht wird, vor Ort, um die Saat in die Erde zu bringen.

Im Juni soll dann das farbige Band in voller Blüte stehen.

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