Michael Arens aus Vienau, Hans-Günter Benecke aus Sachau und Ralf Knapp aus Tangeln sind ab Juli 2011 die neuen ehrenamtlichen Naturschutzbeauftragten des Altmarkkreises Salzwedel. Die Mitglieder des Umweltausschusses befürworteten während ihrer Sitzung am Donnerstag die Bestellung der drei Experten.

Salzwedel. "Eines gefällt mir ganz besonders: Alle drei sind von klein auf dabei", stellte Frigga Conrad (Die Linke) nach der Vorstellung des Trios erfreut fest. Und noch eine Übereinstimmung ergab sich dabei: Alle drei haben ein spezielles Faible für die Ornithologie, auch wenn das Naturschützerherz von Ralf Knapp zunächst mehr für die Amphibien und Reptilien (Herpetologie) schlug.

Die Naturschutzbeauftragten werden für jeweils fünf Jahre bestellt. Ralf Knapp war bereits in der am 30. Juni endenden Periode dabei - gemeinsam mit Gudrun Karlsch, Renate Holzäpfel und Günter Stachowiak. Letzterer ist seit 46 Jahren "im Dienst" und damit der dienstälteste Naturschutzbeauftragte Sachsen-Anhalts. 2005 erhielt er für sein Engagement das Bundesverdienstkreuz. 1970, nur fünf Jahre nach Günter Stachowiak, begann das ehrenamtliche Wirken von Gudrun Karlsch, damals für den Kreis Gardelegen. Renate Holzäpfel hatte ihr Ehrenamt 15 Jahre inne.

Kontinuität ist auch dadurch gegeben, dass Michael Arens (43) als Schüler bereits Mitglied der Arbeitsgemeinschaft (AG) Junge Naturschutzhelfer war. Die AG leitete Günter Stachowiak. Heute ist Michael Arens Vorsitzender der Fachgruppe Vienau des Naturschutzbundes, deren Angebote wie die Wanderung am Karfreitag, Ausflüge mit Hobbyfotografen und -filmern sowie Ausstellungen zahlreiche Interessenten annehmen.

Ralf Knapp (53) ist von Berufs wegen und seit 1987 ehrenamtlicher Naturschützer. Für den Revierförster des Ferchau bei Salzwedel ist die Weitergabe von Wissen über die Natur an die nächsten Generationen nahezu Tagesgeschäft. Mitunter lädt er über den Nabu auch Interessenten zu nächtlichen Besuchen in das Reich der Frösche und Lurche ein.

Die Ornithologie bestimmte zwölf Jahre lang das Berufsleben von Hans-Günter Benecke (54). Von 1978 bis 1990 war er an der Vogelschutzwarte auf der Ostseeinsel Hiddensee tätig, arbeitete danach an wissenschaftlichen Beringungsprogrammen mit, dann im Naturpark Drömling. Der heute freiberuflich Tätige kümmert sich auch um die Weißstörche im Raum Gardelegen.

Die Naturschutzbeauftragten haben vor allem eine Beraterfunktion, erläuterte Ada Henke, für Naturschutz und Landschaftspflege zuständige Sachgebietsleiterin der Kreisverwaltung. Ausschuss-Vorsitzender Horst Wienecke (FDP) verwies auf den Beitrag der Naturschutz-Experten für Bodenordnungsverfahren. Bernd Pawelski (CDU) riet den drei Naturschützer, ihr ehrenamtliches Engagement nicht allzu bescheiden darzustellen. "Das ist schließlich viel Arbeit."

Michael Arens wird sich vor allem um den Bereich Kalbe kümmern, Hans-Günter Be-necke um die Bereiche Drömling und Gardelegen, Ralf Knapp um den Nordwesten des Altmarkkreises. Auch wenn die drei zum 1. Juli offiziell bestellt werden, wies Ada Henke auf ein Zukunftsproblem hin: "Wir haben Nachwuchssorgen."

Frigga Conrad sah mehr auf die unmittelbare Zukunft und plädierte mit sanftem Nachdruck für eine offizielle Verabschiedung von Günter Stachowiak, Gudrun Karlsch und Renate Holzäpfel durch den Kreistag.

 

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