Vier Freibäder hat die Stadt Gardelegen. Und eines ist sicher, alle vier können aus finanziellen Gründen nicht erhalten werden. Das Erlebnisbad Zienau und das Waldbad Zichtau werden zu Saisonbeginn öffnen. Nach einem Jahr Pause wird auch das Potzehner Freibad zumindest in diesem Jahr geöffnet sein. Für Diskussionsstoff wird ein Antrag der CDU-Fraktion sorgen. Die will trotz des eher mangelhaften Zustandes auch das Miester Freibad öffnen, zumindest in den Ferien für vier bis sechs Wochen.

Gardelegen/Mieste. Im Sommer kurze Wege zum Freibad praktisch vor der Haustür. Eine schöne Sache, allerdings mit einem Problem. Ein Freibad kostet viel Geld. Das weiß auch die CDU-Fraktion. Dennoch möchte sie nach Möglichkeit eigentlich alle vier Freibäder in der Großgemeinde Gardelegen erhalten, weiß aber, dass das auf Dauer nicht möglich sein wird.

Nach den Stadtratsbeschlüssen für das Waldbad Zichtau und für eine Öffnung des Potzehner Freibades - zunächst für 2011 - hat die Unionsfraktion im nichtöffentlichen Teil der Ratssitzung am Montagabend einen Antrag eingereicht, auch das Miester Freibad zu öffnen. Wenngleich auch nur in den Sommerferien für vier bis sechs Wochen. Das Potzehner Freibad sei zwar technisch in einem weitaus besseren Zustand als das Miester Freibad, aber der Standort sei besser als Potzehne (geschätzter Sanierungsbedarf für Mieste: 680 000 Euro).

"Es gibt dort mehr Einwohner. Außerdem ist Mieste Schulstandort", sagte Fraktionschef Jörg Gebur. Mit Freibadstandorten perspektivisch in Zienau, Zichtau und Mieste könnten wesentlich mehr Einwohner erreicht werden.

Die Fraktion sei sich zwar im Klaren darüber, dass die Stadt auf Dauer keine vier Freibäder erhalten könne. "Wir sind aber dafür, das Miester Freibad zu favorisieren", betonte Gebur. Nach Gesprächen mit dem Förderverein des Freibades Mieste sei für die diesjährige Saison ein Kompromissvorschlag erarbeitet worden.

Das Miester Freibad soll für vier bis sechs Wochen in den Sommermonaten öffnen. Der Zuschussbedarf sei auf 15 000 Euro zu begrenzen. Der Förderverein wolle auch viel in Eigenleistungen bringen. Hygienisches Hauptproblem sei das Planschbecken. Das soll für einen Badebetrieb in diesem Jahr nicht zur Verfügung stehen. Mit dem Gesundheitsamt des Kreises sei darüber auch schon gesprochen worden. Von dort gebe es für die vorgesehene Verfahrensweise keine Einwände, so Gebur weiter. Vom Grundsatz her wolle die Fraktion ausloten, ob es überhaupt Mehrheiten für das Miester Freibad gebe.

Einen mündlichen Antrag zum Thema Freibad stellte am Montagabend auch Stadtrat Normen Gadiel (Gemischte Fraktion) - allerdings im öffentlichen Teil der Sitzung. Er wollte einen Beschluss zur Öffnung des Freibades Mieste. Schulterzucken bei einigen Stadträten. Daraufhin ergriff Hauptamtsleiter Klaus Richter das Wort. "Die Eröffnung des Erlebnisbades Zienau stand nie zur Diskussion. Wir haben dort auch festangestelltes Personal, das im Stellenplan enthalten ist", stellte Richter klar. Danach konkretisierte Gadiel seinen Antrag. Es soll nunmehr um Einsparpotenziale im Freibad Zienau gehen.

Ein solcher Antrag sei eigentlich nicht nötig, denn in der nächsten Sitzungsschiene der Ausschüsse und des Stadtrates werde der Haushaltsplan für 2011 beraten, reagierte SPD-Fraktionschefin Mandy Zepig auf das Geplänkel. "Und da können dann Anträge auf Streichungen gestellt werden", so Zepig. Das sei alles aber spätestens im Juni erst abgeschlossen, warf Gadiel ein. "Da sollte vorher schon was passieren", so Gadiel weiter. Das gehe ohnehin nicht, stellte Stadtratsvorsitzender Kai-Michael Neubüser klar. Gadiel müsse seine Anträge schon schriftlich einreichen. Eine Beratung vor Juni sei damit nicht möglich.

"Dann verstehen Sie das als Anregung für dieses Jahr", sagte Gadiel.

"Ich möchte nicht das Freibad Zienau in Frage stellen, ich möchte nur, dass dieses Bad bei Kosteneinsparungen nicht vergessen wird", konkretisierte Gadiel gestern auf Nachfrage seine Intentionen. In allen Bädern gebe es Fördervereine, die sich bemühen, Kosten zu senken und Einnahmen zu erhöhen. Nur für das Erlebnisbad Zienau nicht. Gadiel möchte auch Einsparmöglichkeiten für Zienau finden. "Ich bin selbst zwar nicht so oft in Zienau, aber eventuell gibt es Möglichkeiten bei der Wasseraufbereitung oder Grünflächenpflege. Eventuell kann man das Bad auch eine Woche früher schließen. Wir werden sehen, was unter dem Strich dabei herauskommt", sagte Gadiel.