Klötze (msh/pn). Der Berliner Autor Herbert Friedmann war in den vergangenen Tagen im Raum Klötze zu Gast. Der Friedrich-Bödecker-Kreis hatte die Auftritte möglich gemacht.

"Hallöchen, ich bin Martin Pflaumbaum", beginnt Herbert Friedmann zu lesen. Die Mädchen und Jungen, die es sich auf Luftmatratzen und Schlafsäcken zwischen den Regalen der Klötzer Kinderbibliothek gemütlich gemacht haben, sind mucksmäuschenstill, hängen dem Berliner Schriftsteller förmlich an den Lippen und tauchen gleich in die Welt von Martin Pflaumbaum ein, der Hauptfigur von Friedmanns Kinderbuch "Pleiten, Pech und Pannen".

Es ist Donnerstag und Bibliotheksnacht für eine vierte Klasse der Klötzer Purnitz-Grundschule. Klassenlehrerin Angela Degner und ihre 17 Schützlinge der Klasse 4a haben sich eine schöne Zeit gemacht: Am frühen Abend sind sie mit Sack und Pack in die Bibliothek gekommen, haben zwischen den Bücherregalen der Kinderbibliothek ihr Nachtlager bereitet und sind dann auf ein Eis noch um die Ecke gegangen - noch einmal Bewegung, bevor wieder Stillsitzen angesagt sein soll.

Dann überrascht der Schriftsteller die Schulklasse sowie Bibliotheksleiterin Iris Wienecke und deren Mitarbeiterin Nadine Behrens damit, dass er gleich hier im Bettenlager mit der Lesung loslegen möchte. Also wird das mit dem Stillsitzen ja gar nicht so schlimm. Die Kinder dürfen hocken, knien, liegen, sich so positionieren, wie ihnen das Zuhören am besten gefällt.

Dann geht es los. Herbert Friedmann stellt sich vor, erzählt aus seiner Schulzeit, dass er nie in der Bibliothek schlafen und auch keinen Schriftsteller live erleben durfte. "Aber viel gelesen habe ich schon immer." Wenig später liest er wieder, diesmal laut, aus einem seiner vielen selbst geschriebenen Kinderbücher. Und so wie die erste lustige Geschichte beginnen auch die nächsten mit "Hallöchen". Die Blicke der Kinder sind gebannt auf den Schriftsteller gerichtet. Dann tauchen sie - von Herbert Friedmanns Stimme und den Ereignissen in den einzelnen Geschichten fast magisch in den Bann gezogen - wieder ein in die Welt von Martin Pflaumbaum.

Bereits am Vormittag war der Autor zu Gast in der Kunrauer Grundschule. Er las vor Zweitklässlern die Geschichte vom "Lachlosen Herrn Ohnedies". Lachlos, weil er sein Lachen verloren hatte und das macht einsam. "Und das ist wie ein Spielplatz ohne Kinder", ließ der Autor seine Figur sagen. Da trifft er auf ein Wesen aus dem Lachling-Land. Die Bewohner müssen immer lachen. Mit Hilfe eines Bonbons findet auch Herr Ohnedies sein Lachen wieder. Doch er kann es nicht kontrollieren. So bricht er in schallendes Gelächter aus, als der Wellensittich von Frau Ohnewas in einem Glas Erdbeermilch ertrinkt. Diese ist natürlich fürchterlich gekränkt. Und nicht nur sie. Am Ende steht Herr Ohnedies wieder alleine da.

Und wieder hilft ihm das Wesen aus dem Lachling-Land. Es hat eine Flasche Jammersaft bei sich. Denn neben seiner Heimat liegt das Land der Jammerlinge. Sie jammern den ganzen Tag. Und der Saft hilft Herrn Ohnedies. Und als erstes entschuldigt er sich bei Frau Ohnewas für seine Gefühlslosigkeit.

Bilder