Sven Möller ist am Wochenende zum neuen Letzlinger Ortswehrleiter gewählt worden. Sein Stellvertreter wurde Ralph Janecke. Ortsbürgermeisterin Regina Lessing appellierte eindringlich an die Feuerwehrleute, die beiden Leiter zu unterstützen.

Letzlingen. Ermutigend klangen die Worte von Letzlingens Ortsbürgermeisterin Regina Lessing am Wochenende nicht. Im Gegenteil: "Das ist wie nach dem Krieg", sagte sie angesichts der neuen Situation, die auf die Feuerwehrleute und vor allem auf den frischgewählten Wehrleiter Sven Möller und dessen neugewählten Stellvertreter Ralph Janecke nach der Gebietsreform zukommen. Immer wieder betonte Lessing, wie wichtig es sei, dass die zwei, die mit 22 von 23 Stimmen gewählt wurden, unbedingt die Unterstützung der übrigen Kameraden brauchen werden. "Sie wissen noch gar nicht so richtig, was auf sie zukommt", sagte Lessing.

"Sie wissen noch nicht, was auf sie zukommt"

Unterstützung haben bereits die Kameraden der Alters- und Ehrenabteilung zugesagt. Sie durften sich an der Wahl zwar nicht beteiligen, denn wahlberechtigt sind nur jene Kameraden, die zwischen 18 und 65 Jahre alt sind. Aber sie halfen bei der Durchführung, teilten die Stimmzettel aus und zählten die Stimmen und verkündeten schließlich das Ergebnis.

Dass die älteren Kameraden nicht wahlberechtigt sind, kritisierte Klaus Girmann, der sein Amt als Wehrleiter am Freitag abgab. Die Mitglieder der Alters- und Ehrenabteilung seien ebenso der Wehrleitung unterstellt, wie alle anderen Kameraden, begründete Girmann.

Ecki Brühl bedankte sich im Namen der Alters- und Ehrenabteilung für Girmanns Engagement in den vergangenen Jahren. "Die vergangenen Jahre waren nicht immer einfach", sagte Brühl. Junge Leute hätten manchmal andere Ansichten. Aber Girmann habe die Jahre gut gemeistert, "deshalb ist es angebracht, dir Danke zu sagen für die Zeit, in der du die Wehr geleitet hast". Ein bisschen Wehmut schwinge auch mit, dass Girmann nicht wieder kandidiert habe, sagte Brühl. "Aber wir akzeptieren deine Entscheidung", fuhr er fort. Girmann hatte vor zwei Jahren bereits mit einem Rücktritt gedroht und Anfang dieses Jahres erklärt, dass er zur turnusmäßigen Wahl nicht mehr als Ortswehrleiter zur Verfügung stehen werde.

"Wo bleibt denn da die Demokratie?"

Kritik übte Ecki Brühl an der Gebietsreform und zog dabei auch einen Vergleich zur DDR-Zeit: Wenn jemand nicht in die LPG wollte, sei das mit Zwang durchgesetzt worden. Und wenn heute eine Gemeinde nicht freiwillig an der Gebietsreform teilhaben wolle, werde das genauso mit Zwang durchgesetzt. "Wo bleibt denn da die Demokratie?", fragte er.

Mit einigen organisatorischen Fragen begann Sven Möller seinen Dienst als neuer Ortswehrleiter, nachdem Klaus Girmann seinen Stuhl mit Möller getauscht hatte. Es ging um den Sachsen-Anhalt-Tag und um das bevorstehende Dorf- und Vereinsfest, für das Möller und Janecke die Kameraden mobilisieren müssen.

Bei der Letzlinger Wehr wird es in diesem Jahr noch eine weitere Wahl geben. Janet Pape möchte nicht länger als Jugendwartin fungieren. Als Nachfolger schlug sie am Freitag Marco Behrendt und Jan Schmalwaßer vor. "Und ich würde mich freuen, wenn die Beteiligung dann ebensogut ist", sagte sie. Immerhin 21 der 25 wahlberechtigten Kameraden waren anwesend, zwei hatten bereits per Briefwahl ihre Stimme abgegeben.

Bilder