Zum Beitrag Wasserverband lehnt Antrag auf Teilerlass ab, veröffentlicht am 30. April, erreichte die Redaktion nachfolgender Leserbrief:

"Der Bericht der Volksstimme über den Wasserverband hat mich empört. Nicht der Bericht, sondern das Verhalten des Verbandes.

Ich kann nur alle Bürger Gardelegens und Kalbes aufrufen: Wehrt Euch! Lasst Euch das nicht gefallen! In meinen Augen ist das Vorhaben des Wasserverbandes schamloses Abkassieren. Frau Rötz hat in meinem Beisein als Begründung dafür den Zwang durch das kürzlich beschlossene Kommunalabgabengesetz genannt. Also sind die Abgeordneten des Landes, die dieses fabrizierten, schuld. Die führen wahrscheinlich an, dass sie auch nicht anders könnten, weil...

Letztlich sind wir alle selber schuld, denn das Volk ist doch der Souverän in einer Demokratie und hat sie doch dafür gewählt.

Dass man den Bürgermeister einer Stadt 90 Minuten warten lässt, hat mit gesetzlichen Zwängen allerdings nichts zu tun und ist schlichtweg eine Sache des Anstandes. Wohlgemerkt geht es hierbei nicht um die Person Konrad Fuchs, sondern um das Amt des Bürgermeisters. Soweit sind wir also gekommen.

Wenn die Rechnungen in der Volksstimme richtig sind, dann nimmt der Wasserverband allein von der Stadt Gardelegen und der Agenda Glas AG drei Millionen Euro ein. Der Agenda wird dabei ein viergeschossiges Gebäude berechnet, obwohl real ein zweigeschossiges dasteht. Dazu kommen noch die Grundstückseigentümer in Stadt und Land, genauer Kernstadt und Ortsteile, die nochmal drei Millionen Euro berappen müssen - wenn ich rechnen kann, sind das sechs Millionen Euro.

Die Bürger in den Ortsteilen werden wohl den Löwenanteil erbringen, haben ihre schmucken Grundstücke doch meistens noch einen schönen großen Garten hinterm Haus oder eine saftige grüne Wiese oder gar eine Ackerfläche - oh, das wird teuer. Und die Stadt erst, die derzeit so reich an Schulden ist, da machen drei Millionen den Kohl auch nicht mehr fett. Aber der Wasserverband kann investieren - zu unser aller Nutz und Frommen. Da werden die Baufirmen jubeln und die Arbeitslosenzahlen in den Keller purzeln. So tut der Verband mit unserem Geld - denn das Geld der Stadt ist auch unseres - und die Grundstückseigentümer zahlen einmal bar und einmal indirekt - Gutes.

Habe ich nicht vor den Wahlen von den Apologeten der Marktwirtschaft immer gehört: Je besser es den Arbeitgebern geht, umso besser ist das einfache Volk dran. Also schafft Arbeitsplätze, siedelt Betriebe an und schafft günstige Bedingungen für diese. Sie werden es Euch lohnen. Der Wasserverband scheint eine völlig andere Politik zu betreiben. Nämlich: Nehmt, was ihr kriegen könnt, denn ihr habt das Gesetz im Rücken von den Reichen (den Betrieben) und tut den verarmten Stadtbewohnern wohl, damit sie Euch preisen.

Was können wir Bürger nun tun? Wir können alles hinnehmen und sagen, es ist alles gut so. Wir können uns dagegen auflehnen, aber sagen, dass doch nichts zu machen sei. Wir können uns die zehn Mitglieder der Verbandsversammlung merken und unsere Konsequenzen ziehen. Sie zum Beispiel im persönlichen Gespräch befragen, wie sie das Tun mit ihrem Gewissen vereinbaren können. Wir - besser Sie - können aber auch diesem Querulanten Bernd Werner die Meinung sagen oder schreiben, dass er doch endlich Ruhe geben und still sein möchte. Er wird auf Sie hören. Versprochen."

Bernd Werner,

Gardelegen