Die Kalbenser Bahnhofstraße soll künftig Ulrich-Schmidt-Straße heißen. Darauf hat sich der Ortschaftsrat verständigt, gleichzeitig aber auch einen Alternativvorschlag erarbeitet, sofern sich der Stadtrat damit nicht einverstanden erklären mag. Dieser hat nämlich das letzte Wort. Insgesamt sind in Kalbe und den früheren Ortsteilen Bühne und Vahrholz sechs Straßen umzubenennen.

Kalbe. "Eins ist nicht verhandelbar, nämlich welche Straßen umbenannt werden", machte Kalbes Ortsbürgermeister Dr. Helmut Bender gleich zu Beginn der jüngsten Ortschaftsratssitzung klar. Dort galt es nämlich, Empfehlungen für die Umbennung von sechs innerörtlichen Verkehrswegen - der Grüne Weg kann seinen Namen entgegen ursprünglicher Pläne behalten - abzugeben, damit der Stadtrat während seiner Juni-Sitzung eine abschließende Entscheidung dazu fällen kann.

Die Bahnhofstraße bezeichnete Bender dabei als "Knackpunkt". Denn sie sei nicht nur der am stärksten besiedelte Verkehrsweg, der in Kalbe umzubennen sei, sondern dafür seien auch die meisten Bürgervorschläge eingegangen. So gebe es folgende Varianten: Klosterstraße, Kleinbahnstraße, An der Kleinbahn, Brunauer Straße und Arendseer Straße. Der erste Vorschlag, der jedoch überhaupt aus der Bevölkerung gekommen sei, sei der, die Bahnhofstraße nach dem Kalbenser Ehrenbürger Ulrich Schmidt zu benennen.

"Ich könnte damit sehr gut leben", so der Ortsbürgermeister, der für den Fall der Fälle auch schon die Ehefrau des 2010 verstorbenen Künstlers um ihr Einverständnis gebeten hat.Ulrich Schmidt sei, so Bender weiter, sogar an der (Noch-)Bahnhofstraße geboren worden. Er habe in jenem Gebäude das Licht der Welt erblickt, in dem sich heute zwei Zahnarztpraxen und Wohnungen befänden. Beinahe 75 Jahre ist dies inzwischen her. So alt wäre Ulrich Schmidt, der die Milde-Stadt und ihre Umgebung durch unzählige Malereien und Schilder verschönert hat, in diesem Herbst geworden.

Auch der stellvertretende Ortsbürgermeister Mathias Graf sprach sich für die Variante Ulrich-Schmidt-Straße aus. "Da brauchen wir doch eigentlich gar nicht lange diskutieren", meinte er. Mirko Wolff sah das hingegen etwas anders. Sichtlich um Sensibilität bemüht, erklärte er: "Es ist alles noch relativ frisch. Ich gebe zu bedenken, dass es gut durchdacht sein will, wenn man, nach wem auch immer, eine Straße benennen will."

Als es an die Abstimmung ging, enthielt sich Wolff dann auch der Stimme. Die anderen vier anwesenden Ortschaftsräte empfahlen hingegen die Umbenennung der Bahnhof- in Ulrich-Schmidt-Straße. Als Alternativvorschlag wurde Brunauer Straße genannt.

Wolff enthielt sich auch der Stimme, als es darum ging, die Stege nach dem früheren Kalbenser Superintendenten Julius Müller zu benennen. Die anderen Ortschaftsräte stimmten für diesen Vorschlag von Elisabeth und Klaus Ozminslki. Bei den anderen Straßen (siehe Kasten) gab es Einstimmigkeit.