Lindstedt (dl). Das grüne Band rund um Gardelegen, das den Besuchern des Sachsen-Anhalt-Tages eine blühende Hansestadt präsentieren soll, ist gestern wieder ein Stück gewachsen. Denn an drei Stellen in Lindstedt wurde fleißig gepflanzt. Vor dem Gutshof halfen die Mädchen und Jungen der Kindertagesstätte Entdeckerland bei der Aktion. Mit Unterstützung der Studentin Saskia Natkanski, die derzeit in Lindstedt ein Projekt betreut, Reinhard Heins vom Mühlengarten Seethen und Anja Wiese, Vorsitzende des Elternkuratoriums der Kita, pflanzten die Kinder rund um die drei Linden vor dem Gutshaus unter anderem Färberwaid, Borretsch und Kornblumen.

Wie an anderen Orten wurde auch in Lindstedt die sogenannte Gardeleger Grundmischung für das Saatgut verwendet. Zusätzliche historische Pflanzen machen die besondere Lindstedter Note aus. Denn der Förderverein Historische Region Lindstedt, der das Projekt unterstützt, kümmert sich unter anderem um den Erhalt des Gutsareals und den Rest der frühmittelalterlichen Turmhügelburg. Römersalat, Nackthafer, Gartenmelde, Echte Kamille sowie Grünkohl sind einige der Pflanzen, die seit gestern dem grünen Band auch andere Farben geben, der Färberwaid zum Beispiel eine gelbe.

Mit der Teilnahme an der Pflanzaktion wollen Verein und Elternkuratorium "auf unsere Verbundenheit zur Stadt aufmerksam machen und verdeutlichen, dass keiner der eingemeindeten Orte seinen individuellen Charakter aufgeben muss. Sondern dass es eher darauf ankommt, die gemeinsame Basis als Chance zu verstehen", so Anja Wiese.

Nicht nur bei der gestrigen Pflanzaktion arbeiteten die Kindertagesstätte Entdeckerland und die Förderverein zusammen. So gab es zum Beispiel während des Tages der offenen Gärten Anfang des Monats bei der Familie Heins in Seethen einige Angebote des Elternkuratoriums, zum Beispiel eine Bastelecke. Den Erlös bekommt der Förderverein Historische Region Lindstedt, der damit die Kindereinrichtung unterstützt, sagte Anja Wiese, die Mitglied im Verein ist, und sich für die Unterstützung bei den Gastgebern des Gartentages, den Sponsoren, Helfern aus der Elternschaft und "vor allem den fleißigen Erzieherinnen des Teams der Kita" bedankt.

Zu den Vorhaben im Entdeckerland gehört die Umgestaltung der Außenanlage. Wie berichtet, hat sich eine Studentin der Hochschule Anhalt in Bernburg für ihre Bachelor-Arbeit, die sie im nächsten Monat verteidigt, mit einer naturnahen Außengestaltung der Lindstedter Kita beschäftigt. Unter anderem soll ein offenes Klassenzimmer entstehen und ein Backofen gebaut werden. Für das Sommerfest am 16. Juni ist die Vorstellung der Vorhaben geplant.

In den vergangenen Monaten ist schon einiges passiert. Die Klärgrube im Krippenbereich wurde beseitigt und mit Sand aufgefüllt. In Zusammenarbeit mit dem Förderverein war das eine Ausgleichmaßnahme der Enercon, die derzeit nahe Lindstedt Windräder errichtet.