Die Dorfgemeinschaftshäuser und die Bürgermeisterbüros in den Ortsteilen sind Bestandteil des ersten Konsolidierungskonzeptes der Stadt. Allein dafür sind Ausgaben von 263300 Euro erforderlich. Der Zuschussbedarf liegt bei 195300 Euro. Die Verwaltung plädiert für Privatisierung oder Trägerwechsel. Bei den Bürgermeisterbüros steht der Erhalt generell in Frage. Mit Einzelheiten der Konsolidierung wird sich die Arbeitsgruppe Haushalt am 7. Juni befassen.

Gardelegen. 19 Dorfgemeinschaftshäuser gehören nach der Gebietsreform zur Einheitsgemeinde Stadt Gardelegen. Dazu kommen noch zahlreiche Bürgermeisterbüros in den Ortsteilen, zwei Gaststätten, Säle und Kegelbahnen. Einrichtungen, die zwar einen Immobilienwert haben dürften, die bei der gegenwärtigen Betreibung allerdings in den meisten Fällen nur Kosten verursachen (Auflistung s. Info-Kasten, bei der alleinigen Aufführung von Ortsnamen handelt es sich um Dorfgemeinschaftshäuser).

Die Einnahmen belaufen sich laut Haushaltsplanentwurf auf 68000 Euro. Denen stehen Ausgaben von 263300 Euro gegenüber. Bleibt also allein bei diesen Einrichtungen eine Lücke von 195300 Euro.

Wenngleich das Haushaltsdefizit von anfänglich über eine Million Euro auf aktuell etwa 541000 Euro gesenkt werden konnte, dürfte das noch kein Grund zum Jubeln sein, denn die Reduzierung des Defizites erfolgte im wesentlichen durch Streichungen von Maßnahmen im investiven Bereich (Nebenanlagen Bismarker Straße, Radwegebau rings um Gardelegen, Brücke Kassieck, Kegelbahn Berge). Sollte das Streichen von Bauprojekten Hauptpunkt beim Sparen sein, dann wird das Auswirkungen auf die heimische Wirtschaft haben. Gespart werden muss nach Ansicht von Bürgermeister Konrad Fuchs auch im Verwaltungshaushalt. Und dazu gehören auch die Dorfgemeinschaftshäuser und Büros. "Dorfgemeinschaftshäuser gehören in vielen Ortschaften zum dörflichen Leben, aber nicht unbedingt in jeder", betonte Fuchs. Fest stünde indes, dass sich diese Häuser zu kostendeckenden Einrichtungen entwickeln müssen, und das möglichst schnell, stellte Fuchs klar. Möglich sei das über Privatisierung. "Dann hätten wir keine Folgekosten und als Einnahme noch den Verkaufserlös", sagte Fuchs. Diese Häuser könnten aber auch in Trägerschaft von Vereinen gegeben werden. Die könnten damit Einnahmen erzielen, wären dann allerdings auch für die Kosten zuständig.

Bürgermeisterbüros werden nach Ansicht von Fuchs überhaupt nicht mehr gebraucht. Ausnahmen bilden derzeit noch Jävenitz, Letzlingen und Mieste. Dort würden regelmäßig Verwaltungssprechstunden stattfinden. Die Ortsbürgermeister könnten Gerätehäuser, Kindergärten, die eigene Wohnung oder ganz einfach auch einen Treff auf der Straße nutzen, um mit ihren Bürgern ins Gespräch zu kommen.

Die Dorfgemeinschaftshäuser und Büros sind Bestandteil des Konsolidierungskonzeptes. Das war Gegenstand einer Verwaltungsberatung gestern im Rathaus. "Die Amtsleiter haben Order, das Ganze bis Dienstag zu präzisieren", sagte Fuchs. Am 7. Juni wird sich die Arbeitsgruppe Haushalt damit befassen. Fuchs hofft, dass der Haushalt dann noch vor der Sommerpause (Sitzung am 4. Juli) beschlossen werden kann.