Mit einem Rückblick auf die 110-jährige Geschichte begann am Freitagabend offiziell das Feuerwehrjubiläum in Lindstedt. Zum Kameradschaftsabend und den Wettkämpfen am Sonnabend begrüßte Wehrleiter Michael Schulz die Mitglieder aus Lindstedt sowie Vertreter der Wehren aus Kassieck, Gardelegen, Kloster Neuendorf, Jävenitz, Seethen, Algenstedt und Hottendorf.

Lindstedt. Eine anstrengende und "teils chaotische" Vorbereitungsphase war dem Festwochenende vorausgegangen, wie Wehrleiter Michael Schulz eingestand. Für das Verständnis und die Geduld seiner Frau Daniela bedankte sich der Lindstedter als erstes nach seinen Grußworten und der Eröffnungsrede. Eine Strauß dunkelroter Rosen und ein Kuss ihres Mannes machten die Strapazen der gerade zurückliegenden Zeit sicher zu einem guten Teil wett. Beifall für soviel Unterstützung gab es auch von den Gästen.

Am 28. Januar 1901 wurde die Lindstedter Feuerwehr von 28 Bürgern gegründet. Der Jahresbeitrag belief sich auf 30 Pfennig, wie aus der Chronik hervorgeht. Bis dato war jeder Bürger verpflichtet, sich an der Brandbekämpfung zu beteiligen. Pflicht war es auch, zwei lederne Löscheimer zum Inventar des Hauses zu zählen, damit man sich an der Löschkette beteiligen konnte. Kaum noch vorstellbar, wurden die Bürger im 17. und 18 Jahrhundert von den lauten Signalen aus dem Feuerwehrhorn des Hornisten alarmiert, der durch das Dorf fuhr. Auch auf die Zeit der Pferdegespanne, der ersten Oberflurhydranten und Motorpumpen blickte Michael Schulz mit den Gästen zurück. Für den Rückhalt und die Unterstützung der Kameraden in der gemeinsamen Arbeit bedankte sich Schulz ausdrücklich bei den Frauen, Männern und Jugendlichen der Lindstedter Wehr.

Trotz aller Entwicklung gebe der heutige Zustand der Bedingungen für die Freiwillige Feuerwehr im Ort genug Grund für Wünsche, resümierte Kreisbrandmeister Torsten Schoof. Als "nicht ideal" stufte er beispielsweise die Situation im Schulungsraum ein. So überreichte er eine Schiefertafel mit Widmung zum Jubiläum, verbunden mit dem Wunsch, dass sie einen Platz an einem besseren Gebäude als dem jetzigen fände.

Den Glückwünschen zum Jubiläum und für die Zukunft schlossen sich Ortsbürgermeisterin Kati Lembke, Olaf Wendorff, Brandabschnittsleiter Süd, sowie die Vertreter der Feuerwehren aus Kassieck, Gardelegen, Kloster Neuendorf, Jävenitz, Seethen und Algenstedt an. Birgit Matthies vom Ordnungsamt der Stadt Gardelegen gratulierte im Namen von Bürgermeister Konrad Fuchs. Sie wünschte den Lindstedter Brandschützern, dass trotz des Personalmangels immer alle nötigen und wichtigen Leistungen der Feuerwehr erbracht werden könnten. Schelmisch lächelnd bedauerte sie, das Präsent zum Jubiläum nicht persönlich überreichen zu können. Das Fass Freibier stünde jedoch bereits hinter dem Tresen bereit.

Sieben Wehren nahmen am Sonnabend am Wettkampf Löschangriff Nass teil. Zwei Abteilungen stellte der Gastgeber aus Lindstedt. Um den Siegerpokal und die Platzierungen rangen außerdem die Wehren aus Seethen, Kloster Neuendorf, Gardelegen, Hottendorf, Kassieck und Jävenitz.

Nach je zwei Läufen erwiesen sich die Kameraden aus Kloster Neuendorf als die schnellsten und treffsichersten. Sie machten der Vorfreude der Kassiecker Wehr ein jähes Ende. Schließlich hatte diese nach ihrem zweiten Durchgang souverän an der Spitze gelegen. Auf den Plätzen drei bis acht folgten die Löschtrupps aus Hottendorf, Gardelegen, Lindstedt I, Jävenitz, Seethen und Lindstedt II.

Weder am Freitag noch am Sonnabend nahen die Kameraden aus Lindstedterhorst und Wollenhagen am Jubiläumsfest teil. Ihr Bedauern darüber drückte Ortsbürgermeisterin Kati Lembke am Sonnabend nach dem Festumzug aus, indem sie sich bei allen Teilnehmern für den kurzen Fußmarsch durch Lindstedt bedankte. "Wir wollten ja alle Ortsteile einbeziehen", sagte sie mit einem kleinen Augenzwinkern. "Doch die Kameraden der Ortsteile haben uns leider ein bisschen hängen lassen."

   

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