Mit Musik hatte das Fest der evangelischen Gemeinde am Sonntagnachmittag begonnen, mit Musik klang es auch aus. Dazwischen gab es verschiedene Angebote für die Gemeindeglieder und Gäste.

Gardelegen. Rogate heißt der fünfte Sonntag nach Ostern. Betet, bittet - so die Übersetzung aus dem Lateinischen. Ums Beten und Bitten ging es denn auch in Pfarrer Horst Dietmanns Predigt, deren Bibeltext bei Lukas im Kapitel 9 zu finden ist. "Und ich sage euch auch: Bittet, so wird euch gegeben", steht darin geschrieben. Eine solche Bitte sei das Gebet an Gott. Und so, wie die Geschichte in dieser Lukas-Passage - es geht um die Hilfe eines Freundes, der um etwas gebeten werden soll - nicht ganz zu Ende erzählt wird, so bleibe auch bei der Bitte an Gott immer "eine Spur Ungewissheit". Das gehöre zum Beten dazu, so Pfarrer Dietmann, "denn es gibt keine Garantie auf Erfüllung". So wie bei einem kleinen Jungen, der sich im Abendgebet wünschte, Paris möge die Hauptstadt von Belgien sein - weil er es so in der Geografiearbeit geschrieben hatte.

Die Geschichte bei Lukas "ermutigt zum Gebet, beweist aber nichts. Das müssen wir aushalten", so Dietmann. Gott sollte aber immer wieder um den Heiligen Geist gebeten werden, so wie ein paar Sätze weiter bei Lukas steht: "...wie viel mehr wird der Vater im Himmel den heiligen Geist geben denen, die ihn bitten!"

Diese Bitte formulierten die Gottesdienstbesucher am Sonntagnachmittag nicht nur in Worte, sondern auch in Musik. Vor und während des Gottesdienstes traten fünf Christen aus Schönebeck und Gardelegen mit einigen Liedern auf. Zum Mitsingen zeigten sie die Texte auf einer Leinwand. Einige Kinder sangen begleitet von Kantorin Natalia Gvozdkova ein Halleluja, in das auch die Gemeinde einstimmte. Bevor dann zum Ausklang des Festes ein Bläserkonzert stattfand, verbrachten die Besucher des Gemeindefestes zwei Stunden mit interessanten Angeboten. So wurden Kaffee und Kuchen angeboten, Mitarbeiter der integrativen Kita Arche Noah schminkten Kinder und zeigten Fotos, um die Einrichtung vorzustellen. Pfarrer Horst Dietmann führte durch die Kirche und erklärte einige der Kunstwerke, der Wilhelmshof bot in der Kirche Keramikarbeiten an. Zudem stellte sich die Aktion Klimawandel - Lebenswandel vor, daneben war ein Bücherbasar aufgebaut. Wer sich traute, konnte sich unter Anleitung des Gemeindepädagogen Volker Holtmeier am Kirchturm abseilen. Küster Hans-Otto Bohlecke führte seine Gäste auf den Turm hinauf. Kantorin Natalia Gvozdkova, die schon den Gottesdienst musikalisch begleitete, hatte dann am späten Nachmittag wieder einen Auftritt - zusammen mit dem Posaunenchor Mieste, der sich seit Januar auf das Konzert vorbereitet hatte. Wöchentlich hatten die Männer und Frauen geübt, und das hat sich gelohnt. Denn die Zuschauer in der Kirche applaudierten begeistert und ließen die Musiker erst nach zwei Zugaben von der Bühne.

Im Konzert erklangen viele zeitgenössische Stücke, die zum Teil einen schwungvollen und jazzigen Charakter hatten. Aber auch ältere Kompositionen brachte der Posaunenchor zu Gehör. Besonders beeindruckend war für die Besucher der Konzertteil, in dem Gvozdkova die Posaunen mit Paukenschlägen begleitete und an der Orgel im Wechsel mit dem Posaunenchor spielte.

Zum Abschluss boten die Musiker drei ruhigere, verträumte Abendlieder dar, mit denen sie ihr Publikum auch auf das Ende des Gemeindefestes einstimmten.

Wer das Konzert verpasst hat, kann am Sonnabend, 18.Juni, in die Miester Kirche kommen. Dort wird der Posaunenchor gemeinsam mit dem Kirchenchor Dannefeld-Mieste noch einmal zu hören sein. Beginn des Konzertes ist um 18 Uhr. Ein weiterer Auftritt ist für den 7. Juli in Dannefeld geplant.

   

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