• 22. Mai 2012



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Zukunftscamp - Future Now Altmark: Projektleiter stellen sich vor


Zusammenleben in Verschiedenheit und Vielfalt

12.08.2011 05:29 Uhr |


Von Helga Räßler


Anja Thiele (29) ist Bildungsreferentin, in Arendsee für das Projekt Leben in Verschiedenheit zuständig.

Anja Thiele (29) ist Bildungsreferentin, in Arendsee für das Projekt Leben in Verschiedenheit zuständig. | Foto: Helga Räßler Anja Thiele (29) ist Bildungsreferentin, in Arendsee für das Projekt Leben in Verschiedenheit zuständig. | Foto: Helga Räßler

Arendsee. 47 Jugendliche aus der Altmark sind Teilnehmer am Zukunftscamp Future Now im Kindererholungszentrum in Arendsee, einer Aktion der Grone-Schule, der Arbeitsagentur und des Landesarbeits- und Sozialministeriums. In fünf Projekten lernen sie Berufe kennen, probieren sich aus und testen Stärken und Kompetenzen. Auch Bewerbungstraining und Auswahlhilfen stehen auf dem dreiwöchigen Programm. Unterstützt werden die Achtklässler dabei durch ihre Teamer und Projektleiter. Fünf stellt die Volksstimme heute vor.

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Zusammenleben in Verschiedenheit

"Jeder Mensch verdient Respekt", nennt Anja Thiele ihr Credo. Das gelte trotz aller Verschiedenheit, denn ohne Vielfalt, Toleranz und Zivilcourage funktioniere ein Zusammenleben nicht. Die Leipziger Bildungsreferentin will genau das den Campteilnehmern in ihrem Projekt vermitteln. "Und dabei ist besonders der Tanz Ausdruckform", erklärt sie. Deshalb freue sie sich über die Mitwirkung von Adnan Abdul Karim, einem Tanzlehrer aus Stendal, geboren im Libanon. "Wir gehen speziell auf Diskriminierungen ein wegen der Herkunft, einer Behinderung oder wegen des Alters", beschreibt Anja Thiele. Neben dem theoretischen Teil gehe es praktisch um Rollenspiele, Zeichnen von Problemsituationen und natürlich das Tanzen. "Das Training lohnt sich, wir präsentieren uns zum Abschlussfestival", kündigt sie lächelnd an, denn sie tanzt mit.

Eckart Riehmann (48), Erzieher und Umwelttechniker, probiert Nahrungsmittel aus.

Eckart Riehmann (48), Erzieher und Umwelttechniker, probiert Nahrungsmittel aus. | Foto: Helga Räßler Eckart Riehmann (48), Erzieher und Umwelttechniker, probiert Nahrungsmittel aus. | Foto: Helga Räßler

Ernährung, Essen und was darin ist

Eckart Riechmann ist aus Berlin ins Camp gekommen und war bereits 2010 dabei. "Es macht Spaß, mit den Jugendlichen zusammen zu sein", erklärt der Erzieher und Umwelttechniker, der für das Ernährungsprojekt den Kochlöffel schwingt. Aber nicht nur das: "Wir probieren Nahrungsmittel aus und experimentieren mit ihnen", verrät er. Die Teilnehmer sollen dabei zu Erkenntnissen gelangen über Inhaltsstoffe der Dinge, die sie täglich zu sich nehmen, über ihre Essgewohnheiten ins Grübeln kommen. Zum Beispiel werde ein Stück Fleisch in Cola gelegt. "Da ist wunderbar zu beobachten, wie die enthaltene Phosphorsäure wirkt", meint er. Rückschlüsse auf die Wirkung auf die Magenschleimhaut seien gewollt.

Johanna Jäger (33), freischaffende Biologin, entdeckt mit Jugendlichen den Wald als Lebensraum.

Johanna Jäger (33), freischaffende Biologin, entdeckt mit Jugendlichen den Wald als Lebensraum. | Foto: Helga Räßler Johanna Jäger (33), freischaffende Biologin, entdeckt mit Jugendlichen den Wald als Lebensraum. | Foto: Helga Räßler

"Aber wesentlich mehr Begeisterung löst unser Frühstücksprojekt aus: Wir backen täglich die Brötchen aus selbst geknetetem Teig", sagt er. Und zum Festival soll es in der Bar eigenhändig gemixte Cocktails geben.

Übernachten im Wald

Johanna Jäger aus Berlin geht mit ihrer Projektgruppe in den Arendseer Wald und baut mit ihr Hochsitze. Hilfe bekommt sie dabei von Tischler Christian Ullrich aus Gestien und vom Jugendwaldheim des Forstamtes Nordöstliche Altmark. Und von ihrem Campkollegen Fred Müller. Zum Interviewtermin kommt sie gerade von einer Übernachtung unter freiem Himmel mitten im Wald. "Wir sind gewandert und haben uns mit dem Ökosystem und Lebensraum Wald beschäftigt", berichtet sie. Geplant seien weitere Einblicke in Berufe wie Forstwirte, Schreiner, Tischler oder Zimmerer. Die Betriebsbesuche, aber vor allem die praktische Arbeit solle zum Erfolgserlebnis für die Jugendlichen werden. "Von ihnen und besonders für sie selbst wünsche ich mir Freude an der Sache, Offenheit, Ausdauer und Durchhaltevermögen."

Videograf Maik Thesing (34) leitet das Projekt Medien und dreht einen Film mit den Teilnehmern.

Videograf Maik Thesing (34) leitet das Projekt Medien und dreht einen Film mit den Teilnehmern. | Foto: Helga Räßler Videograf Maik Thesing (34) leitet das Projekt Medien und dreht einen Film mit den Teilnehmern. | Foto: Helga Räßler

Medien: Filmen für mehr Teamgeist

Maik Thesing, selbstständiger Videograf aus Gardelegen, ist der Mann für die Medien. Er leitete schon ähnliche Projekte, unter anderem in Lüneburg. Er will Erfahrungen in der Teamarbeit vermitteln und einen Film mit den Jugendlichen drehen. "Wir werden ihn auch selbst promoten und dann aufführen", plant er. Mit ihm sollen die Mädchen und Jungen ihre Stärken entdecken, erfahren wie sie ihre Gegensätze vernetzen können und die unterschiedlichsten Meinungen unter einen Hut bringen. Die Projektarbeit solle Anregungen für die Freizeit bringen, aber eben auch Mechanismen erlebbar machen, wie sie später im Berufsleben wirken.

Historikerin Marje Oetjen (29, links) und Lehramts-Studentin Lydia Schulz (22) geht es um Kleidung, Mode und Konsum. Mit ihnen schneidern die Jugendlichen auch T-Shirts und Kleider.

Historikerin Marje Oetjen (29, links) und Lehramts-Studentin Lydia Schulz (22) geht es um Kleidung, Mode und Konsum. Mit ihnen schneidern die Jugendlichen auch T-Shirts und Kleider. | Foto: Helga Räßler Historikerin Marje Oetjen (29, links) und Lehramts-Studentin Lydia Schulz (22) geht es um Kleidung, Mode und Konsum. Mit ihnen schneidern die Jugendlichen auch T-Shirts und Kleider. | Foto: Helga Räßler

Mode machen mit ökologischem Touch

Um Kleidung, Mode und Konsum geht es der Historikerin und Politologin Marje Oetjen aus Berlin ebenso wie der Lehramtsstudentin Lydia Schulz aus Barnebeck. Sie wollen den Modeinteressierten helfen, Berufe mit realistischem Bezug zu finden. "Nicht jeder kann Model oder Designer werden", betont Marje Oetjen. Größere Chance gebe es für Schnittmacher, Lagerlogistiker oder Weber. Mit den beiden Frauen geht es auf Entdeckungstour ins Schneiderfach und in Produktionsstätten. Vier Dimensionen der Bekleidungsherstellung liegen ihnen am Herzen: ökologisch muss sie sein, ökonomisch, kulturell passen und sozial. Beim Nähen von T-Shirts und Kleidern hilft ihnen die Mode-Expertin Anne Reichert aus Salzwedel.



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Dokumenten Information
Copyright © Volksstimme 2012
Dokument erstellt am 2011-08-12 05:29:55
Letzte Änderung am 2011-08-12 05:29:55


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