Auftakt der Jahreshauptversammlungen der Elbe-Pareyer Ortsfeuerwehren war am Freitagabend in Hohenseeden. Ein umfangreiches Programm stand an diesem Abend auf der Tagesordnung. Dazu zählten neben ausführlichen Berichten sowie Ehrungen und Beförderungen von zwei Jahren auch die turnusmäßige Neuwahl der Ortswehrleitung.

Hohenseeden. Die Freiwillige Feuerwehr Hohenseeden hat derzeit 52 Mitglieder sowie 12 Mitglieder in der Jugendfeuerwehr. Zur Einsatzgruppe gehören 20 Aktive, davon zwei Frauen, und 32 Mitglieder hat die Alters- und Ehrenabteilung einschließlich passiver Mitglieder, davon neun Frauen. Diese Zahlen sprechen bei einem Ort mit nur 400 Einwohnern für sich, betonte Ortswehrleiter Marko Gummelt. So habe die Wehr auch tagsüber die Einsatzbereitschaft immer noch gewährleisten können, allerdings nicht garantieren.

Zusätzlich zu den regelmäßigen Schulungen vor Ort sind von etlichen Kameraden die verschiedensten Ausbildungsmaßnahmen absolviert worden: Ersthelfer, Atemschutzgeräteträger, Maschinist, Patientengerechtes Retten und anderes. Stefan Jacob absolvierte in der BKS die Ausbildung zum Atemschutzgerätewart und erfüllt in der Hohenseedener Wehr nun diese Aufgabe.

Innerhalb der Wehr wurden 139 Trainings- und Ausbildungsstunden geleistet. Unter anderem gab es im Herbst einen Übungseinsatz. Noch nie sei bei einem Einsatz so viel schief gegangen wie bei dieser Übung, räumte Marko Gummelt ein und lobte, dass die Kameraden die Fehler kritisch ausgewertet haben.

Im vorigen Jahr wurden die Hohenseedener Kameraden 13-mal zu Einsätzen gerufen – eine beträchtliche Zahl für eine kleine Ortsfeuerwehr. Verkehrsunfälle, Öl- und Dieselspuren, auf die Straße gekippte Bäume und kleinere Brände gehörten insbesondere zum Einsatzspektrum.

Neben ihren Pflichten waren die Hohenseedener Kameraden auch immer bereit, das dörfliche Leben mit zu gestalten, so beim Weihnachtsbaumverbrennen, beim Osterfeuer und Maifest sowie beim Spargelfest. Die Überprüfung der Winterfestmachung wurde wie immer mit Bravour bestanden.

Höhepunkt für die Hohenseedener Kameraden war am 17. Dezember das Abholen eines neuen Feuerwehrfahrzeugs aus Görlitz, berichtete Marko Gummelt. Offiziell übergeben sei es noch nicht.

Jugendwart Frank Seidelhat mit dem Feuerwehr-Nachwuchs 122 Stunden geleistet, davon 68 Stunden feuerwehrtechnische Ausbildung und 54 Stunden Jugendarbeit, berichtete er- Im Durchschnitt treffen sich die Jugendlichen wöchentlich. Von den derzeit zwölf Mitgliedern gehen nun drei wegen der Ausbildung weg – weiterer Nachwuchs ist also stets willkommen.

Grußworte gab es vom stellvertretenden Bürgermeister Volker Zunder und von Kreisbrandmeister Walter Metscher. Zunder bekräftigte mit Blick auf Ortsbürgermeister und Agrargenossenschaftsvorsitzenden Martin Rümschüssel, dass vor allem die Anwesenheit eine großen Arbeitgebers vor Ort Grund dafür ist, dass nach wie vor die Sicherheit gewährleistet werden kann. Etliche Kameraden arbeiten in der Agrargenossenschaft und sind im Einsatzfall verfügbar.

Erstmals war Dietmar Kohrt als kommissarischer Gemeindewehrleiter anwesend. Es blieb nicht aus, dass er auch kurz auf die aktuellen Streitigkeiten wegen der Wahl des Gemeindewehrleiters einging. "Was ich vermisse, ist, dass der Träger sich nicht äußert", sagte er dazu.

Derzeit gebe es in Elbe-Parey insgesamt 138 aktive Feuerwehrleute, sagte Kohrt. 34 davon seien Atemschutzgeräteträger, unter ihnen seien aber zehn Führungskräfte, die im Einsatzfall in der Regel nicht für den Atemschutz zur Verfügung stehen. Eine wichtige Aufgabe sei es deshalb, weitere Kameraden entsprechend zu schulen. Auch sonst sei in Sachen Ausbildung noch viel zu tun. Kohrt betonte, dass es in der Hohenseedener Wehr noch weiteres Potential für Führungskräfte gebe.

Zur Jugendarbeit im Brandschutzabschnitt gab Abschnitts-Jugendwartin Gudrun Ganske kurz Auskunft.

Ortsbürgermeister Martin Rümschüssel betonte, dass es im Dorf schon seit Jahrzehnten eine gute Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr, Gemeinde- beziehungsweise Ortschaftsrat und Betrieben gebe, und dass dies sicherlich ein Grund dafür sei, dass es immer wieder viele Jugendliche in der Wehr gebe. "Denn die Älteren bringen ihre Kinder und Enkel mit."

Als Gemeinderatsmitglied äußerte Rümschüssel die Meinung, dass Dietmar Kohrt der richtige Mann für die Gemeindewehrleitung sei. "Aber wie es gelaufen ist, ist nicht richtig." Ebenso betonte Marko Gummelt, dass die Hohenseedener Kameraden die jetzt eingesetzte Gemeindewehrleitung favorisieren. "Wir hoffen, dass unsere Erwartungen nicht enttäuscht werden."

Die Neuwahl der Ortswehrleitung nahm nicht viel Zeit in Anspruch: Alle Kameraden waren mit einer öffentlichen Wahl einverstanden. Von den 20 Aktiven waren 15 anwesend, die wählen durften, und nacheinander votierten diese einstimmig für Marko Gummelt und Frank Seidel als dessen Stellvertreter.

Bei Frank Seidel gab es sogar noch inoffizielle Extra-Stimmen: Seine Jugendlichen hoben für ihren Jugendwart auch die Hände.

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