Durch die milde Witterung schreitet die Sanierung der historischen Engeldecke in der Schlagenthiner Kirche voran. Restauratorin Jutta Brumme erläuterte kürzlich den weiteren Verlauf der Arbeiten.

Schlagenthin l Seit Anfang Oktober steht ein Gerüst in der Schlagenthiner Kirche. Grund ist die Sanierung der 58 Bildnisse der Engel und deren Einfassung. "Es ist ein Wunder, dass die Engelfelder noch erhalten sind", so die Brandenburgerin. Man habe einst nur den Randbereich überstrichen. Die Engel sind mit Ölfarbe auf Holztafeln aufgetragen worden. "Im Laufe der Zeit hat sich das Holz bewegt und die Abbildungen haben gelitten", erklärte die Restauratorin.

Weitere Schäden habe einst ein Holzwurmbefall verursacht. Nun müssen Risse, Ausbrüche und Fehlstellen mit einem Festigungsmittel behoben werden. Dazu wird Paraloid verwendet, das in Aceton gelöst eine hohe Eindringtiefe besitzt. "Dadurch wird das mürbe Holz wieder fest", sagte Brumme. Dazu müssen auch gewisse Trockenzeiten einhalten werden. Die Farbschichten, zu denen auch die Ursprungsgrundierung gehört, müssten danach Stück für Stück retuschiert werden, bevor auch der sichtbare Bereich an die Reihe kommt.

"Diese Wiederherstellung wird als Trattegio-Retusche ausgeführt, dabei laufen lauter kleine Striche nebenher. Mit verschiedenen Farben wird dann die Umgebungsfarbigkeit des Originals wiedererlangt", erklärt die Expertin. Bis zum Frühjahr laufen die Arbeiten mindestens. An Kosten kalkuliert der Verein mit bis zu 100000 Euro.