Im Februar wird der Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr Güsen ein Jahr alt. Die Gründung dieses Vereins gibt den Kameraden und Freunden der Feuerwehr mehr Spielraum für die verschiedensten Aktivitäten. Das hat sich schon bewährt. Nun soll erstmals ein Weihnachtsbaumverbrennen organisiert werden.

Güsen l In immer mehr Orten der Region hat sich dieser Brauch schon etabliert, in Güsen bisher noch nicht. Das soll sich nun ändern. Caroline Gäde, Vorsitzende des Fördervereins der Feuerwehr, ist zuversichtlich, dass die Güsener dieses Angebot annehmen werden und hofft, dass bis zum nächsten Wochenende das Wetter noch ein bisschen winterlicher wird. "Sonst schmeckt ja der Glühwein gar nicht!" Und der gehört um diese Jahreszeit eigentlich dazu.

1. Weihnachtsbaumverbrennen

Am Sonnabend, 11. Januar, 17 Uhr, soll Treff sein zum Baumverbrennen hinterm Gerätehaus. Freitagabend werden die Bäume im Ort eingesammelt und sollten dazu vors Grundstück gelegt werden. "Wer am Freitag in der Zeit von 18.30 bis 21 Uhr seinen Baum persönlich am Gerätehaus abgibt, bekommt einen Gutschein für ein Freigetränk", verspricht Caroline Gäde.

Bereits eine Woche später, am Freitag, 17. Januar, 19 Uhr, findet die Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Güsen statt. Teil des Rückblicks wird dann auch ein Höhepunkt sein, den die Kameraden noch kurz vor Ende des vergangenen Jahres hatten: Eine besondere Übung zur "Wasserversorgung über lange Wegestrecken". Zahlreiche Güsener und Interessierte aus der Region hatten diese "Übung" miterlebt: Es handelte sich um das Betanken einer historischen Dampflok mit Wasser.

Die Lok war mit ebenfalls historischen Wagen auf dem Weg von Berlin zum Weihnachtsmarkt nach Wernigerode und brauchte sowohl auf der Hinfahrt als auch auf der Rückfahrt Wassernachschub. Bereits zum vierten Mal sprangen die Güsener Feuerwehrleute hierbei als Helfer ein und werden dies voraussichtlich auch in der nächsten Adventszeit wieder tun.

Insgesamt 460 Meter Schlauch wurden gebraucht, berichtete Caroline Gäde, die auch stellvertretende Ortswehrleiterin ist. "Bei der Rückfahrt stand die Lock ja noch weiter entfernt vom Brunnen", begründete sie. 18 Kubikmeter Wasser passen in den Tank der Lok, und der hohe Bedarf war letztlich auch ein Grund dafür, warum die Dampflok nun schon regelmäßig in Güsen Station macht: Angefragt worden war beim ersten Mal in Genthin, jedoch gibt es dort in Bahnhofsnähe nur einen Hydranten, also teures Wasser aus dem Netz des TAV, hier in Güsen jedoch einen Brunnen.

Technisch geklappt habe wieder alles sehr gut, zieht Caroline Gäde Bilanz. Als Übung sei diese Aktion gut geeignet und deshalb auch offiziell von der Gemeinde genehmigt. "Und Spaß macht es auch!"

Dass die Kameraden und Schaulustigen sowohl morgens als auch abends geraume Zeit warten mussten, nahmen alle gelassen hin. Bei der Hinfahrt sei der Grund für die Verspätung gewesen, dass etliche Fahrgäste nicht rechtzeitig da waren, weil ihre Züge Verspätung hatten, erklärte Caroline Gäde. Ironie des Schicksals. Der historische Zug musste so auf das nächste "Fenster" im Fahrplan warten, denn er durfte ja den normalen Zugverkehr nicht behindern.

Übrigens hatten zwei Vereine zum Gelingen dieser Traditionsfahrt beigetragen: Die acht Traditionswagen gehören in den Bestand der "Dampflokfreunde Berlin". Zwei Speisewagen und ein Imbisswagen waren auch dabei. Für etwa 320 Fahrgäste sei geplant gewesen, aber das Interesse war so groß, dass noch ein Wagen angehängt werden musste.

Lok aus Halle, Zug aus Berlin

Die Lok haben sich die Berliner für die Sonderfahrt von der "Traditionsgemeinschaft BW Halle P" ausgeliehen, das Dampfross hatte also vor dem Start des Zuges in Berlin schon die erste Tour hinter sich. Es ist eine Schnellzuglokomotive 03 1010, gebaut 1940 in den Borsig-Lokomotivwerken Berlin. Von Berlin wechselte sie 1942 zum BW Stargard, nach dem Krieg zum BW Leipzig-West und 1953 schon einmal nach Halle. 1967 erfolgte der Umbau von Kohle- auf Ölfeuerung. So hat sie 14 bis 15 Wagen ziehen können. 1974 wechselte sie nach Stralsund. Am 31. Mai 1980 zog diese Lok den letzten planmäßigen Dampfschnellzug auf der Strecke Berlin - Stralsund.

Als Museumslok kam sie 1982 wieder nach Halle. Viele Sonderfahrten im ganzen Bundesgebiet und in verschiedenen Nachbarländern hat sie seitdem absolviert.

Beim morgendlichen Betanken konnte Caroline Gäde nicht dabei sein, weil sie zum Lehrgang in Magdeburg war. Dafür erlebte sie abends noch eine Überraschung: "Ich stand schon auf dem Bahnhof, als mein Handy klingelte. Der Lokführer war dran und sagte, ich soll nicht in den Zugsteigen, denn sie wären in einer Dreiviertelstunde da und würden mich mitnehmen!" So fuhr sie im Traditionszug in geselliger Runde mit den Mitgliedern der beiden Traditionsvereins nach Güsen. Der gute Kontakt, da ist sie sich sicher, wird auch in Zukunft aufrechterhalten.

In den nächsten Monaten stehen für den Förderverein der Güsener Feuerwehr noch weitere Termine auf dem Plan: Am Sonnabend, 31. Mai, soll erneut ein Kinderfest veranstaltet werden. Und auch einen Tag der offenen Tür bei der Feuerwehr werde es wieder geben, voraussichtlich wieder am 3. Oktober.

   

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