Für die Sanierung des Wasserturms bekommt Genthin keine Fördermittel aus dem Städtebausanierungsprogramm. Müssen die Genthiner bald auf ihr Wahrzeichen verzichten? "Nein", sagt Bürgermeister Thomas Barz.

Genthin l "Die Sanierung des Wasserturms kostet 1,3 Millionen Euro", sagt Bürgermeister Barz. Und setzt die nächste schlechte Nachricht gleich hinterher: Mit Mitteln aus dem Städtebausanierungsprogramm könne die Stadt nicht rechnen (Volksstimme berichtete).

Für das vergangene Jahr wurde eine Förderung abgelehnt, da Genthin den notwendigen Eigenanteil nicht aufbringen konnte und die Fördermittelhöhe zu hoch war.

In diesem Jahr läuft das Programm aus, mit Fördergeld ist also auch 2014 nicht zu rechnen.

"Der Turm ist ein beliebtes Ausflugsziel"

Marina Conradi, Leiterin Tourist-Info

Und dabei muss einiges gemacht werden: "Zum Beispiel eine Betonüberprüfung." Wegen des alten Materials seien die Fangnetze angebracht worden, nicht wie vielfach vermutet, um Suizide zu verhindern. Außerdem müsse die Außenhülle überarbeitet und die Statik überprüft werden.

Unmöglich ohne Fördermittel vom Land. "Genthin wird trotzdem nicht ohne sein Wahrzeichen auskommen müssen", sagt der Bürgermeister.

"Der Wasserturm ist ein beliebtes Ausflugsziel", sagt die Leiterin der Genthiner Touristinfo, Marina Conradi, und nennt als Beleg dafür einige Zahlen: 2013 bestiegen 1318 Besucher das Denkmal. Das sind 200 mehr als 2012. Darunter waren auch etliche Schul- und Reisegruppen. "Der Turm wird vielseitig genutzt", so Conradi. "Ausstellungen des Kunstvereins locken genauso Besucher an wie der ¿Spuk im Turm\' oder die Kneipennacht."

Fest steht allerdings auch, ohne Sanierung wird es keine weitere touristische Nutzung geben. Doch der Bürgermeister zeigt sich optimistisch: "Der Turm ist das Wahrzeichen der Stadt, ein bisschen auch die Seele Genthins. Und das wird er bleiben."

"Startpunkt für Genthin-Rundreise"

Thomas Barz, Bürgermeister

Mit dem Wasserturm alleine an Fördermittel zu kommen, sei allerdings "unmöglich". "Unser Ziel ist es, den Turm in ein Gesamtkonzept einzuarbeiten." So wird es dort eine neue Anlegestelle für Dampfer geben.

Der Wasserturm könne so als Startpunkt für eine Genthin-Rundreise fungieren. "Dann brauchen wir dort natürlich Parkmöglichkeiten und Gastronomie", sagt Barz. "Denn wer hier ankommt, will nicht erst noch 15 Minuten laufen, bevor er einen Kaffee trinken kann." Von hier aus könnten dann der Wasserturm, die Innenstadt und der Volkspark als "touristische Achse" erkundet werden.

Außerdem solle der Turm seinen historischen Charakter behalten. "Man könnte das da oben natürlich komplett verglasen und richtig schick machen, aber dann geht auch viel Charme verloren." Webcams kann sich Barz allerdings gut auf dem Turm vorstellen. "Die übertragen dann den Blick über Genthin direkt auf die Internetseite."

Was mit den Räumlichkeiten im Turm passiert und ob mit oder ohne Wassertank saniert wird, sei noch zu klären. Wie die Geschichte des Genthiner Wasserturms weitergeht, bleibt also offen. Dass sie weitergeht, steht für Barz aber fest: "Wir werden gemeinsam mit dem Land eine Lösung finden."

 

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