Lachen und Weinen mischen sich beim Rückblick auf das Jahr 2013 - so ist es auch bei der Stiftung Kloster Jerichow. Es im Grunde ein sehr erfolgreiches Jahr gewesen, aber das Hochwasser und auch das verregnete Frühjahr brachten erhebliche Einbußen. Grund zum Feiern hatten die Mitarbeiter trotzdem.

Jerichow l Herzliches Lachen schallt durch das Informationszentrum des Klosters. Mittwochabend hat sich dieser Empfangsbereich für die Besucher in einen Festsaal verwandelt. Denn anstelle einer Weihnachtsfeier während einer Zeit, in der eigentlich kaum noch jemand Zeit hat, wurden alle angestellten und ehrenamtlichen Mitarbeiter nun Anfang Januar zu einer geselligen Runde eingeladen.

"Wir hatten 75 Leute eingeladen, etwa 45 sind da. Einige konnten wegen Krankheit nicht", berichtete Jan Wißgott, Leiter der Stiftungsverwaltung, und schickt gleich noch nach: "Es kann auch sein, dass der eine oder andere ehrenamtliche Helfer vergessen wurde. Bitte nicht böse sein, sondern uns einen Hinweis geben! Wir sind trotzdem extrem dankbar für jede große und kleine Hilfe!"

Denn es sind nicht nur die eingeladen worden, die regelmäßig vor Ort sind, Führungen oder andere Aufgaben übernehmen, sondern auch jene, die bei einzelnen Aktionen mit zugepackt haben oder auf andere Weise einen Beitrag leisten. Und das sind wirklich viele. Ohne diese große ehrenamtliche Unterstützung wäre vieles gar nicht möglich, betont Jan Wißgott.

Immerhin sind es bereits 18 Festangestellte, die bei der Stiftung Kloster Jerichow beschäftigt sind, allerdings in verschiedenen Bereichen und mit verschiedenen Stundenzahlen sowie auch zeitlich befristet.

Über Beschäftigungsmaßnahmen seien keine Mitarbeiter mehr angestellt. Ausnahme seien zwei, die Bundesfreiwilligendienst leisten. Das sind Heidi Koblenz und Margret Baumert, die sich zusammen mit den beiden Festangestellten Christine Graf und Sonja Reinhard in der Kasse abwechseln. "Die beiden haben auch einen Englisch-Kurs belegt, damit wir unseren Kassenbereich ein bisschen internationaler gestalten können und Besuchern zumindest das Wichtigste auch in Englisch mitteilen können."

Hochwasser und Regen im Frühjahr hielten Gäste fern

Der Ausblick auf das Jahr 2014 stimmt zuversichtlich, denn schlimmer als im vergangenen Jahr können die Bedingungen kaum werden, ist Jan Wißgott überzeugt. Etwa 47 200 Besucher sind es 2013 gewesen - eigentlich ein Superergebnis angesichts der Probleme wegen des Hochwassers und des nassen Frühlings. Trotzdem ärgert sich der Verwaltungs-Chef. "Es ist ein Trauerspiel. Ich bin mir sicher, dass wir die 60 000er-Marke hätten locker knacken können!" Immerhin waren es 2012 bereits 51 600 Besucher.

Wißgott rechnet vor: "Etwa 11 000 Besucher fehlen im Juni, und im Juli ging es erst mit dem Klostergartenfest wieder richtig los. Das ist zum Glück eingeschlagen wie erhofft." Im Jahr zuvor wurden allein im Mai und Juni etwa 14 000 Besucher gezählt. Der Mai 2013 konnte nur halb gerechnet werden, dann kam schon das Hochwasser. Viele Busgruppen seien bereits abgesprungen, als sie noch problemlos hätten kommen können. "Den Reiseveranstaltern war das aber zu unsicher, das ist zu verstehen. Auch wollen sie ihren Gästen es nicht antun, dass diese als Katastrophentouristen betitelt würden."

Grund für die Ausfälle im Frühjahr sei vor allem, dass wegen des vielen Regens die Radler fast komplett fehlten. Denn diese machen inzwischen einen beträchtlichen Teil der Besucher aus. Elberadweg und Altmarkrundkurs sind gut frequentiert, und viele besuchen unterwegs auch das Kloster Jerichow.

Zwei Busse mit Holländern und spontanes Adventskonzert

Erfreulich war die gute Besucherresonanz gegen Ende des Jahres. Nachdem schon der "Advent im Kreuzgang" wieder sehr gut besucht war, haben viele Besucher auch danach noch die Vorweihnachtszeit genutzt, um die Atmosphäre in diesem besonderen Bauwerk zu genießen. Sehr dazu beigetragen haben die Angebote, mit denen die Mitarbeiter des Klosters nach den eigentlichen Öffnungszeiten den Gästen stimmungsvolle Stunden bieten wollten. Zum zweiten Mal sind im Dezember jeden Abend die Räume festlich erleuchtet worden, weihnachtliche Ausstellungen, Märchenhaftes, Glühwein und Punsch lockten. Das kam an.

Richtig Betrieb war sogar noch am letzten Öffnungstag, dem 23. Dezember: "Da hatten wir etwa 250 Besucher", berichtet Jan Wißgott. "Eine Gruppe aus den Niederlanden kam mit zwei Bussen. Sie waren mit dem Schiff auf der Elbe unterwegs und in Tangermünde einquartiert." Der Großteil dieser Gruppe gehörte einem Chor aus Amsterdam an, darunter eine Sängerin von der Amsterdamer Oper. "Sie haben noch spontan ein kleines Konzert in der Klosterkirche gegeben, und etliche andere Besucher kamen und hörten zu." Noch ein weiterer großer Reisebus und viele Einzelbesucher waren am Tag vor Heiligabend da.

Am 25. Dezember wurde zum ersten Mal ein Weihnachtsessen angeboten - im neuen Gasthaus "Klostermahl". Das war ausgebucht, und auch die Ferienwohnung und die Pilgerzimmer der Stiftung.

Nun waren einen Abend lang einmal die Mitarbeiter selbst an der Reihe, sich zurückzulehnen, zu genießen und Spaß zu haben.

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