Insgesamt fast 950 geleistete Mannstunden allein in der Ausbildung, dazu 14 Alarmierungen mit insgesamt 93 Mannstunden - das ist die beachtliche Bilanz 2013 der Freiwilligen Feuerwehr Hohenseeden. Hinzu kam auch hier die außergewöhnliche Belastung durch das Hochwasser.

Hohenseeden l Die Hoheseedener Kameraden waren erneut die ersten in Elbe-Parey, die ihre Jahreshauptversammlung durchführten. Und wie immer war der Saal in der Gaststätte Wendt recht gut gefüllt, denn noch gehören 46 Mitglieder dazu, darunter 18 Aktive und 28 in der Alters- und Ehrenabteilung, außerdem 12 Mitglieder in der Jugendfeuerwehr. Zwar waren nicht alle da, dafür aber noch einige Gäste: der stellvertretende Gemeindewehrleiter Steve Flügge, Hauptamtsleiter Volker Zunder, Ortsbürgermeister Martin Rümschüssel und die Nielebocker Ortswehrleiterin Gudrun Ganske, die sich auch um die Vernetzung der Jugendarbeit im Altkreis Genthin kümmert. Gemeindewehrleiter Dietmar Kohrt war noch "in Zivil" da - er wird schon bald seinen Dienst wieder aufnehmen können.

Weiterhin eingeladen waren Vertreter der drei großen Betriebe, die die Hohenseedener Wehr stets unterstützen beziehungsweise Kameraden, wann immer nötig, freistellen: die Agrargenossenschaft Hohenseeden, BMK und Mewes-Landmaschinen. "Wenn die Sirene geht, lassen die Kameraden im Betrieb alles liegen, um zum Einsatz zu fahren. Keiner weiß, wie lange es dauern wird - mal eine Stunde oder manchmal mehrere Tage wie beim Hochwasser", begründete Ortswehrleiter Marko Gummelt die Einladung und den Dank, den er an die Vertreter dieser Unternehmen richtete.

Gummelt schickte seinem Bericht einige grundlegende Gedanken voraus. Einmal mehr unterstrich er die dringende Notwendigkeit, weitere Mitglieder zu gewinnen. Das persönliche Anschreiben von Einwohnern hatte nichts gebracht, zieht er traurige Bilanz dieser Aktion. Bleibe nur die Möglichkeit, im Freundeskreis der Kameraden Interesse zu wecken.

In einigen Elbe-Pareyer Ortsfeuerwehren gebe es vor allem nicht genügend Atemschutzgeräteträger. In Hohenseeden haben derzeit immerhin sieben Kameraden die Zulassung. Hier richtete Gummelt auch Kritik an den Landkreis: "Zum wiederholten Male werden auf der Teststrecke im FTZ weniger Plätze zur Verfügung gestellt, als es Anwärter gibt!" Das verstoße gegen das Brandschutzgesetz.

Die 14 Einsätze des vergangenen Jahres zeigen die Vielseitigkeit, die heute von Feuerwehrleuten gefordert wird: Im Januar ging es los mit einem Ölofenbrand in Güsen sowie einem schweren Verkehrsunfall auf der B 1, bei dem eine Person aus einem Fahrzeug herausgeschnitten werden musste. Im Februar brauchte ein festgefahrener Rettungswagen Hilfe, weiterhin war eine lange Ölspur zu beseitigen. Ein Fehlalarm, eine Tierrettung und ein Waldbrand waren Gründe für Alarmierungen im April, im Mai ein Verkehrsunfall mit eingeklemmter Person bei Derben, im Juli/August ein Küchenbrand und ein Baumbrand in Güsen. Ein Waldbrand bei Derben erwies sich als riesige Staubwolke von landwirtschaftlicher Technik. Im September wurde ein Ödlandbrand in Güsen gelöscht und ein Baum auf der B 1 beseitigt, und kurz vor Weihnachten gab es noch einen Küchenbrand.

Zum Hochwasser sagte Marko Gummelt auch noch einiges, dazu mehr in einem separaten Beitrag.

Jugendwart Frank Seidel fasste sich kurz, hatte aber doch viel zu berichten, denn seine zwölf Mitglieder zählende Jugendgruppe ist sehr aktiv. "Wir haben uns 36-mal getroffen, so viel wie noch nie!" Durchschnittlich neun Kinder und Jugendliche seien jedesmal da gewesen, insgesamt kamen etwa 760 Stunden zusammen, also durchschnittlich etwa 90 Stunden pro Kind. Eine Hälfte der Zeit wurde der Ausbildung gewidmet, die andere Freizeitaktivitäten wie Fahrten ins Kino, Videoabenden, gemeinsamem Essen, und die Feuerwehrjugend war auch bei verschiedenen Veranstaltungen dabei. Material für die Jugendfeuerwehr sei zum großen Teil von Agrargenossenschaft und BMK zur Verfügung gestellt worden.

Bilder