Prominenz, Züchtereliten und Freunde der Geflügelzucht aus Nah und Fern vereinte am Wochenende die Jubiläumsschau und 21. Vereinsschau des Rassegeflügelzuchtvereins Genthin. Das 120-jährigen Bestehen des Vereins wurde damit gebührend begangen.

Fienerode/Genthin l In der großen Halle des Futtermittelhandels Schulz wimmelte es bereits kurz vor der Eröffnung der Jubiläumsschau vor Besuchern.

Anders als sonst zogen sich die Gäste, Ausstellungsbesucher und Vereinsmitglieder in den Gastraum zurück, um dort den Startschuss der Schau zu verfolgen. Nach dem kleinen Programm der Kita "Unter den Eichen" aus Mützel hielt sich Ausstellungsleiter Gerd Bunjes nicht lange an Vorreden auf und verlieh seiner Freude über die gelungene Ausstellung Ausdruck. "Wir freuen uns, mit 635 Tieren aus zirka 48 Rassen und 69 Farbschlägen eine hohe Tierzahl zeigen zu können. Wir können ein sehr gutes Tiermaterial vorweisen." Die Preisrichter hätten dies mit 18-mal "Vorzüglich", 37-mal "Hervorragend" und 45-mal "Sehr gut" honoriert. "Damit können wir sehr, sehr zufrieden sein", sagte der Ausstellungsleiter stolz.

"Wer einmal vom Züchtervirus infiziert ist, kommt nicht mehr davon los."

Vereinschef Uwe Balzer

Auf Gerd Bunjes folgte Vereinsvorsitzender Uwe Balzer, der die offiziellen Gäste begrüßte. Balzer stellte sich den Anwesenden als gebürtiger Südhesse vor, der auch in seiner neuen Heimat seinem Hobby, der Geflügezucht, treu geblieben sei. "Wer einmal vom Züchtervirus infiziert ist, kommt nicht mehr davon los", sagte er.

Den Reigen der prominenten Gratulanten eröffnete Landrat Lothar Finzelberg. Es sei wohl eine einmalige Sache, dass gleich drei Landtagsabgeordnete, Harry Czeke (Die Linke), Detlef Radke (CDU) und Ralf Bergmann (SPD), sowie der Leiter des Amtes für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten (ALFF) Stendal, Horst Blum, der Jubiläumseinladung Folge geleistet seien. Das spreche für die Wertschätzung, die der Verein erfahre. "Ein 120-jähriges Jubiläum erlebt man nicht alle Tage", so Finzelberg.

Genthins Bürgermeister Thomas Barz wagte aber auch einen kleinen Seitenhieb auf die Grüne Woche. "Wenn man den Proporz zwischen Ausstellungsfläche, Besucher und Tiere bildet, hat die Schau in Fienerode gegenüber der Grünen Woche sicherlich die Nase vorn." In seinen Glückwünschen hob der Stadtchef auch auf das Vereinswesen ab. "Ein Verein ist immer auch eine Eintrittskarte, dabei zu sein", sagte er.

Harry Czeke wünschte dem Verein, dass sein Nachwuchs in den nächsten Jahren gesichert sei.

Landespolitiker Ralf Bergmann (SPD) aus Krusemark stellte sich als aktiver Züchter vor, einer eher in Fienerode ungewöhnlich anzutreffenden Kombination. Der SPD-Mann zeichnete Erhard Köhne für seine Schautauben mit einem Buch aus. Aus den Händen von ALFF-Chef Horst Blum erhielt Friedhelm Bittkow ebenfalls ein Buch für seine Tauben.

Horst Blum, der während seiner Tätigkeit im sachsen-anhaltischen Landwirtschaftsministerium für die Kleintierzucht verantwortlich zeichnete, bekannte in der Runde, dass er im Ruhestand Ostfriesische Silbermövchen züchten werde.

"Wir sind stolz darauf, zu den aktivsten Vereinen des Kreisverbandes zu zählen."

Erhard Köhne

Nachdem sich die Prominenz ein Stelldichein gegeben hatte, schlugen die Herzen der Züchter und Fans der Geflügelzucht höher, als der Rundgang durch die Ausstellung freigegeben wurde.

Ausgestattet mit einem Katalog wurden die Tiere durch die Besucher in Augenschein genommen und ausgiebig gefachsimpelt. Züchterurgesteine aus der Region wie Melitta Schmidt, Reinhard Stemmler, Horst Kühne, Fritz Schmidt aus Görzke, Armin Lippelt, Christoph Rüst, Fritz Lichtenberg und Günter Fuchs zählten zu den ersten Besuchern.

"Wir zeigen durchweg schöne, gepflegte Tiere", sah sich Ausstellungsleiter Gerd Bunjes ihrem fachmännischem Urteil gewachsen.

Worte des Dankes richtete er im Verlaufe des aufregenden Ausstellungsgeschehens an Mandy Ranft, die in Vertretung des erkrankten Bernd Thiede den Katalog erstellt hatte und die Meldebögen annahm. An der Schau beteiligten sich auch Züchter unter anderem aus Ferchland, Ziesar, Zitz und Brandenburg - insgesamt acht befreundete Vereine. Ihr Engagement wurde mit rund 500 Besuchern belohnt.

Bei der abendlichen Feierstunde zeichnete Vereinschef Uwe Balzer Erhard Köhne aus Genthin für seine 50-jährige Mitgliedschaft im Verein aus. "Ich hatte schon gedacht, ihr habt dieses Jubiläum vergessen. Trotzdem hätte ich weitergemacht", sagte er mit einem Augenzwinkern.

Erhard Köhne hatte vor seiner Ehrung einen Überblick über die 120-jährige Geschichte des Vereins gegeben. "Wir sind stolz darauf, dass wir zu den aktivsten Vereinen des Kreisverbandes Jerichower Land zählen", resümierte Köhne seinen Vortrag.

 

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