Regt sich in Mützel etwas in Sachen Kiesabbau oder nicht? Wir geben nicht auf, lautet die Botschaft der Kiesabbaufirma aus Calbe (Salzlandkreis). Gleichwohl räumte das Unternehmen ein, dass es Schwierigkeiten mit dem Grunderwerb gebe.

Mützel l Gespannt erwarteten die Mützeler nicht nur wegen des Jahreswechsels den 31. Dezember. Bis dann nämlich sollte die Realisierung des Kiesabbaus durch die Firma Kies- und Steinwerk Boerner GmbH Co KG Calbe dem Vernehmen nach aufgenommen sein. Doch es regte sich nichts...

Die Gründe dafür wollte der bündnisgrüne Stadtrat Lutz Nitz bei der Sitzung des Wirtschafts- und Umweltausschusses bei Bürgermeister Thomas Barz hinterfragen. Barz, der bei ähnlichen Anfragen immer wieder darauf hingewiesen hatte, dass das Vorhaben längst planfestgestellt sei und das Unternehmen einen genehmigten Hauptbetriebsplan vorweisen könne, wollte sich allerdings nicht genau festlegen.

Es werde dazu eine Information bei der Stadtratssitzung am Donnerstag geben, stellte er in Aussicht. Sein Kommentar im Kreise des Wirtschafts-und Umweltausschusses blieb deshalb vorerst etwas nebulös: "Es gibt keine positive Kenntnis darüber, dass dort (in Mützel - d. R.) etwas passiert oder nichts passiert." Der Geschäftsführer der Kies- und Steinwerk Boerner GmbH Co KG Calbe, Joachim Gorr, räumte gestern gegenüber der Volksstimme ein, dass Schwierigkeiten im Grundstückserwerb ursächlich für eine zeitliche Verschiebung seien. "Die Firma wird das Vorhaben intensiv weiter verfolgen, die Planfeststellung hat auch weiterhin Bestand."

Der Erwerb von Grundstücken sei ein "sehr, sehr schwieriges Terrain", sagte Gorr. Er bestätigte damit indirekt, dass es nach der hochemotionalen Einwohnerversammlung im Juni vergangenen Jahres, als das Unternehmen seine Planungen vorstellte, noch zu keiner wesentlichen Entspannung im Verhältnis zwischen Unternehmen und den Gegnern des Vorhabens gekommen ist.

Joachim Gorr unterstrich, dass das Unternehmen an der Planung festhalte und es zwischenzeitlich ein Kieswerk aus Calau (Lausitz) erworben habe, das nach Mützel umgesetzt werden solle. Gleichzeitig seien entsprechende Aufträge ausgelöst worden. Ein technischer Sonderbetriebsplan für die Errichtung der Kiesaufbereitungsanlage liege gegenwärtig zur abschließenden Beurteilung beim Bergbauamt in Staßfurt vor. Auch Dr. Bodo-Carlo Ehling, amtierender Leiter des Amtes für Geologie und Bergwesen Sachsen-Anhalt, verwies darauf, dass das Mützeler Kiesabbau-Vorhaben planfestgestellt sei. Im Hinblick auf laufende Verfahren erteilte die Behörde keine weiteren Auskünfte.

Das Unternehmen, das auch in der Saale-Terrasse zwei große Werke betreibt, will den nach eigenen Aussagen qualitativ hochwertigen Rohstoff Sand und Kies insbesondere für die Betonindustrie gewinnen. Pro Jahr sollen in Mützel 250 000 Tonnen Kies pro Hektar gefördert werden.

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