Das Jugendhaus Thomas Morus ist 20 Jahre alt. Während einer Feierstunde konnte Leiter Bernd Neumann zahlreiche Gäste begrüßen, die seit vielen Jahren mit der Einrichtung verbunden sind und eine erfolgreiche Jugendarbeit in Genthin ermöglicht haben.

Genthin l "Wir sind an zentraler Stelle in der Stadt zwischen Wasserturm und St. Marienkirche", machte Jugendhausleiter Bernd Neumann bei der Eröffnung der Feierstunde deutlich. Förderer und Freunde des Morus-Hauses hatten sich dazu eingefunden. Unter ihnen Kirchenvertreter, Mitglieder des Stadtrates sowie Mitarbeiter von Jugendeinrichtungen des Jerichower Landes. Mittlerweile werde die Einrichtung als buntes Haus am Wasserturm wahrgenommen. "Es ging aber nie nur darum, außen bunt zu sein, sondern auch darum eine bunte Veranstaltungspalette zu bieten", sagte Bernd Neumann.

Mit diesem Anspruch etablierte sich die Einrichtung in Genthin. Unter der Trägerschaft der katholischen St. Marien-Gemeinde können die Mitarbeiter die offene Jugendarbeit frei gestalten. Neumann erinnerte daran dass die Einrichtung von Anfang an, Jugendliche ansprechen wollte, die etwas abseits standen und sich in der Stadt schwer integrieren ließen. Mit Freizeitsport- und Gesprächsangeboten punktet das Morus-Haus auch heute bei den Jugendlichen. Täglich gehen hier rund 30 Besucher ein und aus. Regelmäßige Kursangebote sind wichtige Stützpfeiler der Arbeit des derzeit elfköpfigen Teams. Seit dem Beginn seien fast 900 Zeitungsberichte über die Einrichtung erschienen, 108 Sportpokale konnten Teilnehmer für das Haus gewinnen. "Insgesamt hatten wir mehr als 21 000 Besucher im Haus", verdeutlichte Neumann mit zeitweise stockender Stimme angesichts der wahrlich beeindruckenden Zahlen.

Doch der Start in Genthin sei schwierig gewesen, erinnerte sich damalige katholische Pfarrer Willi Kraning. Er gehörte nach der Wende zu den Mitbegründern der Kinder- und Senioreneinrichtungen der katholischen Kirche und war auch maßgeblich am Aufbau des Thomas-Morus-Hauses beteiligt. Doch dort begann es mit einem Fehlschlag. "Der erste Versuch, Jugendarbeit mit katholischen Ordensfrauen zu machen, ist vom Stadtrat abgelehnt worden", so Kraning. Damals befürchtete man, dass eine konfessionelle Einrichtung nicht angenommen werde.

Doch die katholische Gemeinde musste das Gelände laut Grundbucheintrag für soziale Zwecke nutzen. Durch Vermittlung des Henkel-Förderwerkes gelang es, im zweiten Versuch eine Jugendeinrichtung in einer offenen Arbeit zu etablieren. Wie sehr sich das Haus doch gewandelt hat, zeigte eine Ausstellung mit Erinnerungen an Besucher und Aktionen. Pfarrer Stephan Donath verwies auf die erfolgreiche Zusammenarbeit des Jugendhauses mit der Henkel-Friendship-Initiative, die im vergangenen Jahr auslief.

"Das Engagement geht jetzt weiter durch einen Förderverein", machte Donath deutlich. Damit solle es auch dauerhaft mit der Einrichtung weitergehen. "Eine Schließung ist nicht unsere Absicht", fügte er hinzu. Im Sommer wolle man zudem ein großes Sommerfest aus Anlass des 20-jährigen Bestehens des Morus-Hauses begehen.