Drei Tage lang dreht sich bei den Schülern der 3. Klasse der Grundschule Jerichow alles ums Essen - und zwar um gesundes Essen. Sie legen den "Ernährungsführerschein" ab. Den gibt es nicht geschenkt: Dafür müssen die Kinder eine theoretische und eine praktische Prüfung bestehen.

Jerichow l Zuvor gibt es natürlich viel zu lernen, und das ist alles andere als langweilig. Gleich die erste praktische Stunde verspricht lecker zu werden: Körbe mit verschiedenem Gemüse stehen auf den Tischen, Brettchen, Messer und Schüsseln liegen und stehen bereit. Los geht\'s: Gruppenweise wird geschnippelt und zwischendurch auch mal gekostet. "Wer weiß, was das hier ist?" fragt Christine Haag vom Landfrauenverband und zeigt auf etwas Weißes zwischen den bekannten Gurken, Tomaten, Kohlrabi und Möhren. "Mairübchen! Die schmecken um diese Zeit besonders gut!"

Christine Haag ist natürlich wieder gern gekommen, um die Schule zu unterstützen. Viele Kinder in der Region hat sie schon von der Kita an begleitet, um ihnen etwas über gesunde Ernährung zu vermitteln - immer altersgerecht. Auch für die 5. und 6. Klassen der Sekundarschule gebe es ein solches Programm, das weiter auf den Kenntnissen aufbaut, sagt sie: "SchmExperten" heißt es.

Ziel des "Ernährungsführerscheins" hier in der Grundschule sei es, dass die Kinder danach selbstständig kleine Gerichte zubereiten können - Knabbergerichte, Salate, Schlemmerquark, Kräuterdip, "Brotgesichter", Milchmixgetränke. An der Seite auf einem Tisch stehen noch verschiedene (Fertig-)Produkte aus den Lebensmittelregalen der Supermärkte. "An diesen Beispielen werden die Kinder auch lernen, wieviel Zucker darin steckt, zum Beispiel in Fruchtjoghurt. Sie werden lernen, dass Joghurt auch ohne Zuckerzusatz ganz lecker schmeckt." Weiterhin lernen sie Getreidesorten kennen und erfahren, was in welchen Brotsorten steckt.

Heute haben die Schüler ihre praktische Prüfung. "Da können sie sich aussuchen, was sie gerne zubereiten möchten."

Und natürlich geht es nicht nur um Inhaltsstoffe der Lebensmittel, sondern auch das "Drumherum", um Speisenzubereitung und Essen spielt eine Rolle während der drei Projekttage, betont Gabriela Nieß, kommissarische Schulleiterin. "Die Kinder üben auch, mit verschiedenen Küchengeräten umzugehen. Sie können künftig ihren Eltern helfen und selbst lustige Pausenbrote schmieren, aber auch beim Zubereiten von Gerichten zu Hause, beim Tischdecken und Aufräumen." Denn letzteres gehöre schließlich auch dazu. "Kochen, ohne ein Schlachtfeld zu hinterlassen" - das ist wichtig, sonst sind die kleinen Helfer in der heimischen Küche nicht wirklich Helfer...

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