Lea Dreibrodt aus Tucheim ist zwölf Jahre alt. Die Liste ihrer Hobbys liest sich alterstypisch. Sie engagiert sich in der Feuerwehr und sie tanzt gern. Außerdem züchtet sie Kaninchen.

Tucheim l Kaninchenzucht? Ja, Lea ist Mitglied im Kaninchenzuchtverein G 917 Tucheim. So exotisch ist das gar nicht, schließlich gibt es noch acht weitere Jugendliche in der Truppe.

Trotzdem sei es schwer, Nachwuchs zu finden, sagt Vereinsvorsitzender Siegfried Maiwald. Ohne mindestens einen Züchter in der Familie kommt kaum ein Jugendlicher auf die Idee im Verein mitzumachen. So ist es auch bei Lea, sie ist nämlich die Enkelin von Siegfried Maiwald.

Seit 2008 ist die Schülerin im Verein und hat schon einige Erfolge vorzuweisen: So war sie zum Beispiel von 2008 bis 2013 Landesmeisterin in ihrer Altersklasse.

Großen Anteil am Erfolg hat ihr Opa. Der 62-Jährige ist seit 1990 Vorsitzender des Tucheimer Vereins. Er übernimmt für seine Enkelin die Zuchtaufstellung, Lea hilft dafür beim Füttern.

Ob sie den Kaninchen auch ohne Opas Hilfe einmal treu bleiben wird, kann sie noch nicht einschätzen. Das Hobby mache zwar großen Spaß, aber auch viel Arbeit. Die Tiere müssen nicht nur gefüttert werden - Siegfried Maiwald schwört auf Möhren, Rüben, Kartoffeln, Grünes und Kaninchenpellets -, auch das Ausmisten der Ställe gehört dazu. Und natürlich funktioniert keine Zucht ohne die richtigen Anpaarungen.

Lea züchtet die Rasse Deilenaar, ihr Opa hat Rote Neuseeländer in seinen Buchten. Doch wie sieht es aus, das perfekte Kaninchen? "Felldichte, Körperbau, Unterfarbe ... Alles muss so nah wie möglich am Standard sein", erklärt Siegfried Maiwald. Der Standard ist ein großes Buch, in dem alle Rassen genau beschrieben sind.

Auch die jungen Vereinsmitglieder sollen dafür einen Blick bekommen und dürfen deshalb mit zu den Tierbesprechungen, wo die Kaninchen begutachtet werden. "Fachmänner erklären dann, was gut aussieht am Kaninchen und was noch besser sein könnte", sagt Lea.

So eine Tierbesprechung hat sie zum Beispiel vor kurzem in Welsleben (Salzlandkreis) besucht. Natürlich wird da auch gefachsimpelt. "Bei der Zucht kommt es zu 70 Prozent auf den Rammler an, die Häsin ist nicht ganz so wichtig", sagt Siegfried Maiwald. Es gebe aber auch Zuchtfreunde, die das vollkommen anders sehen.

Die Theorien zur Anpaarung begeistern Lea nicht so sehr. Kaninhop dafür umso mehr. "Da bringt man dem Kaninchen bei, über kleine Hindernisse zu springen", sagt die Zwölfjährige.

"Auch gut", findet ihr Opa. "Besser springende Kaninchen als gar keine Zucht mehr."

 

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