Schopsdorf könnte zum Modell für ein virtuelles Wirtschaftsprojekt werden, das vom Fraunhofer-Institut entwickelt wurde. Bürgermeister Thomas Barz stellte den derzeitigen Planungstand der "virtuellen" Entwicklung vor.

Genthin l "Wir wollen eine einfache Informationsmöglichkeit für Investoren schaffen", machte Bürgermeister Barz deutlich. Geschehen soll dies durch eine dreidimensionale Landkarte, die derzeit für das Gewerbegebiet Schopsdorf aufbereitet wird. Entwickelt wurde das Kartenmaterial vom Fraunhofer-Institut in Magdeburg, das die Idee dieser modernen Wirtschaftswerbung an die Stadt Genthin herangetragen hat. "Die vorhandenen Daten wie Geobasisdaten, Raum- oder Hallenhöhen sowie Größen von Grundstücken werden einfach aufbereitet und dann dem Nutzer auf einer Internetseite zur Verfügung stehen", erläuterte Barz.

Das Gewerbe- und Industriegebiet Schopsdorf sei ausgewählt worden, weil es über eine direkte Autobahnanbindung verfüge. Mit der Möglichkeit, dort mit 85 Meter langen Lkw nicht nur die Autobahnauffahrt, sondern auch das Industriegebiet zu befahren, punktet Schopsdorf zusätzlich. In einem Film wurde den Stadträten das Aussehen des Kartenmaterials anhand des Gewerbegebietes Mittelelbe in Magdeburg vorgestellt. Plastisch werden abstrakte Daten in den auswählbaren Modellen sichtbar gemacht.

Barz hatte ein praktisches Beispiel für die Anwendung: "Der Investor aus einer anderen Region kann am Rechner sehen, wie es vor Ort aussieht und sich über die Flächen informieren." Möglich werde auch die Arbeit mit Sichtachsen. "Der Nutzer kann damit spielen, wie sich ein Gebiet verändert, wenn Bäume fallen."

Auch bestehe die Möglichkeit, die Folgen von Umbauarbeiten durchzuplanen. "Man kann ausprobieren, ob bei einer geänderten Zufahrt die Lkw noch aneinander vorbei passen. Daten und Fakten seien so an die Realität angelehnt, dass ein aussagekräftiges Bild entstehen würde. Die Erstellung des virtuellen Modells des Schopsdorfer Gewerbe- und Industriegebietes ist mit Kosten von rund 40000 bis 45000 Euro verbunden. "Wir machen aber nur mit, wenn wir dafür eine finanzielle Förderung bekommen", erläuterte der Bürgermeister. Dann würde das Projekt mit rund 4000 Euro zu Buche schlagen, die der Ortschaftsrat Schopsdorf aus Rücklagen finanzieren möchte. Das Projekt soll am Freitag den Gewerbetreibenden in Schopsdorf vorgestellt werden.

"Wir glauben nicht, dass dabei große Euphorie ausbrechen wird", konstatierte Barz nüchtern. "Aber das Modell ist besser als ein Werbeschild am Ortseingang. Als weiterer Kooperationspartner ist das Technologie- und Gründerzentrum mit im Boot, das in Schopsdorf den Aufbau des Projektes betreuen soll. Ließe sich das Projekt erfolgreich installieren, könnte es 2015 auch überall in der Stadt umgesetzt werden.