Wie können wir die Ausbildung verbessern? Wie werben wir neue Mitglieder? Was ist 2013 passiert? Das waren die wichtigsten Themen auf der Jahreshauptversammlung der Parchener Ortsfeuerwehr.

Parchen l Im Parchener Feuerwehrhaus haben sich vor kurzem die Mitglieder der Ortswehr Parchen versammelt. Wehrleiter Gerd Keppler begann die Jahreshauptversammlung mit Kritik an einigen Kameraden. "Die Standortausbildung muss besser werden", forderte er. Seine Kritik richtete sich an Mitglieder, die an keinem Lehrgang teilgenommen haben. "Karteileichen brauchen wir in der Feuerwehr nicht", sagte Keppler. So dürfe man zum Beispiel ohne Ersthelferausbildung nicht zum Einsatz fahren. "Die Lehrgänge können jetzt auch in der Genthiner Wehr absolviert werden", forderte er die Mitglieder auf und ließ damit der strengen Worte genug sein.

Denn es gab über das Jahr 2013 auch viel Positives zu berichten. Vor allem die Wiedergründung der Jugendgruppe hob Keppler hervor: "Darauf sind wir sehr stolz." Es dürfe aber nicht nachgelassen werden, neue Mitglieder zu werben. "Die nächste Berufsfeuerwehr ist in Magdeburg." Da könne sich jeder ausrechnen, wann die Kameraden aus der Landeshauptstadt in Parchen sind, falls es brennt.

Für Keppler Anlass zur Sorge, denn die Parchener Wehr könne zur Zeit die Tagesbereitschaft von 6 bis 18 Uhr nicht gewährleisten. Dabei wäre der Bedarf durchaus da. 2013 wurden die Kameraden zu Einsätzen unterschiedlichster Art gerufen.

Ein Lkw-Brand, zwei Garagenbrände und ein Verkehrsunfall stünden zu Buche. Genauso wie fünfmaliges Ausrücken wegen einer Ölspur. Außerdem hätte die Wehr bei der Absicherung des Kartoffelfests geholfen und unterstützte die Polizei beim Einsatz wegen des Buttersäureanschlags in Hüttermühle.

Auch in diesem Jahr gibt es laut Keppler viel zu tun. Das 140-jährige Jubiläum der Genthiner Wehr sei nur einer der Höhepunkte. Dieses wird am 29. März auf dem Marktplatz gefeiert.

Im Frühling endet die Amtszeit Kepplers. Auf der Jahreshauptversammlung sagte er, dass er für eine weitere zur Verfügung steht.

Über die Jugendgruppe, die es seit April gibt, informierte Mary Borchardt: "Wir haben im April mit sieben Kindern angefangen, jetzt sind es bereits zehn." Die Gruppe trifft sich alle zwei Wochen. Zu 80 Prozent ginge es dann um Feuerwehr, zu 20 Prozent um Spiel und Spaß. Nur das Basteln sei wieder von der Agenda gestrichen worden, weil es bei den Kindern auf wenig Gegenliebe gestoßen ist.

Im September hat die Jugendgruppe am Herbstlauf in Mützel teilgenommen und konnte dabei auf Anhieb den sechsten von acht Plätzen belegen.

Genau wie die "großen Kameraden" hat auch die Jugendgruppe 2014 viel vor. "So wollen wir uns mit den anderen Genthiner Jugendfeuerwehren den Flughafen Halle/Leipzig anschauen."

Der Vorschlag wurde vom Genthiner Bürgermeister Thomas Barz nicht nur abgenickt, sondern auch mit einem Versprechen versehen: "Ich sorge für eure Lunchpakete."

Barz zeigte sich insgesamt angetan von der Parchener Wehr. "Hier läuft es gut", sagte er und verwies auf Ehrengarde und Jugendfeuerwehr. "Das gibt es anderswo nicht. Sie haben Leute, die massiv hinter der Sache stehen und die begeistern können." Auch Achim Schmechtig, Leiter der Genthiner Feuerwehr, war voll des Lobes: Die Wehr sei die mit der dritthöchsten Einsatzfrequenz in Genthin.

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